In Tadschikistan ist der seit mehr als zwei Jahrzehnten regierende autoritäte Staatschef  Emomali Rachmon mit 83,6 Prozent wiedergewählt worden. Der 61-jährige Rachmon wird seine vierte siebenjährige Amtszeit an der Spitze des zentralasiatischen Bergstaats antreten. Unabhängige Wahlbeobachter kritisierten die Abstimmung vom Mittwoch als undemokratisch.


Rachmon ist seit dem Jahr 1992 tadschikischer Präsident. Seine Landsleute schreiben ihm die Stabilisierung der früheren Sowjetrepublik Tadschikistan nach dem Zusammenbruch der UdSSR zu. Westliche Staaten kritisieren, dass sich die Wirtschaftslage der Republik Tadschikistan verschlechtert hat. 

Tadschikistan gilt als ärmstes und korruptestes Land Zentralasiens. Von den etwa acht Millionen Tadschiken leben etwa zwei Fünftel in Armut. Etwa eine Million Menschen wanderten in den vergangenen Jahren zum Arbeiten nach Russland aus.

Tadschikistans größte Oppositionspartei boykottierte die Wahl

Bei der Wahl hatte Rachmon keine ernstzunehmenden Gegner. Seine fünf Mitbewerber um das Amt des Staatschefs waren so gut wie unbekannt. Die wichtigste Oppositionspartei, die Partei der islamischen Wiedergeburt, boykottierte den Urnengang, weil ihre Kandidatin nicht zur Wahl zugelassen wurde.

Insgesamt waren rund vier Millionen Wahlberechtigte zu den Urnen gerufen. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 86,6 Prozent. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2006 hatte Rachmon 79,3 Prozent der Stimmen erhalten.

OSZE: "Eine Wahl ohne echte Wahl"

Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisierten den Urnengang als nicht vereinbar mit internationalen, demokratischen Wahlstandards. Der Wahlkampf sei "formalistisch" und "weitgehend nicht wahrnehmbar" gewesen, hieß es weiter. Die Abstimmung sei zwar "ruhig und friedlich" verlaufen, jedoch seien "erhebliche Mängel" zu beobachten gewesen. So seien etwa viele Stimmen von Bevollmächtigten abgegeben worden. Auch gab es demnach Hinweise auf Manipulationen an den Wahlurnen. "Dies war eine Wahl ohne echte Wahl", erklärte die OSZE.