Im von stern und RTL veröffentlichten Wahltrend verlieren die Partner einer möglichen Großen Koalition in der Wählergunst. Im Vergleich zur Vorwoche fällt die SPD um einen Punkt auf 24 Prozent und damit fast zwei Punkte unter das Ergebnis, das sie bei der Bundestagswahl am 22. September erzielte. Die Union gab in der Erhebung einen Punkt ab auf 41 Prozent. 

Die leicht gefallenen Werte deuten nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner darauf hin, dass in der Bevölkerung die Euphorie für ein Bündnis von Union und SPD abnehme. "Die große Linie der Koalition ist für die Menschen noch nicht ersichtlich", sagte der Meinungsforscher.

Der SPD-Bundesparteitag beginnt am Donnerstag in Leipzig. Dort steht auch die Wiederwahl der Parteispitze an. Parteichef Sigmar Gabriel trauten in der stern-Erhebung 33 Prozent der Befragten insgesamt und 42 Prozent der SPD-Wähler zu, die Sozialdemokraten aus der Krise führen. 58 Prozent insgesamt und 52 Prozent der SPD-Wähler gingen nicht davon aus.

Die Linke legt in den Umfragen zu

Unter den Parteien der wahrscheinlichen künftigen Opposition sehen die Meinungsforscher diesen Abwärtstrend nicht. Die Grünen halten sich bei neun Prozent, während die Linke als einzige im Parlament vertretene Partei zulegt: von neun auf zehn Prozent. Die AfD, die es bei den Wahlen im September nicht ins Parlament geschafft hatte, kommt laut der Umfrage knapp über die Fünfprozenthürde. Die FDP würde die Hürde mit vier Prozent verpassen.