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Asylpolitik: Akzeptanz von Flüchtlingen sinkt

Flüchtlingsfeindliche Haltungen nehmen in Deutschland zu. Immer mehr Menschen sehen sie als Konkurrenz und die Regierung damit überfordert. Auch Menschen mit Abitur
Protest gegen Flüchtlinge – im Mai 2016 in Berlin © Carsten Koall/Getty Images

Flüchtlinge sind in Deutschland immer weniger willkommen. Nur noch 41 der Deutschen befürworten den Zuzug von Flüchtlingen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. 59 Prozent lehnen ihn ab. Vor einem Jahr war das noch anders, wie eine erneute Umfrage der Initiative Markt- und Sozialforschung ergab. Im Oktober 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, war das Meinungsbild nahezu ausgeglichen: 49 Prozent stimmten dafür, 51 dagegen.  

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Die Zustimmung im Osten der Republik fällt mit 36 Prozent schwächer aus als im Westen mit 42 Prozent. Zwei von drei Menschen mit niedrigem Einkommen lehnen diese Aussage ab und nur 57 Prozent der Menschen mit höherem oder hohem Einkommen. 

Auch mit der These, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, identifizieren sich immer weniger Menschen. 61 Prozent stimmten zu, 2015 waren es noch 65 Prozent gewesen. Es gibt deutliche regionale Unterschiede. Im Osten lehnen das knapp 49 Prozent ab, im Westen mit 37 Prozent etwas mehr als ein Drittel. Besonders die 14- bis 24-Jährigen sehen Deutschland als ein Einwanderungsland –  71 Prozent, deutlich mehr als der Durchschnitt.

Flüchtlinge - Einstieg mit Hindernissen Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen läuft eher schleppend. Wo die Probleme liegen und dass es trotzdem klappen kann, zeigt das Beispiel eines mittelständischen Betriebs in Brandenburg. © Foto: ZEIT ONLINE

Die Diskussion, ob Deutschland Einwanderung braucht, läuft seit Jahren. Die SPD hatte am Montag einen Entwurf für ein Einwanderungsgesetz vorgelegt, das Migrationswillige nach Punkten bewertet. Asylsuchende sollen davon aber nicht profitieren dürfen. Die Union lehnte den Entwurf ab. Das Thema wird nun 2017 den Wahlkampf bestimmen.

Nach wie vor sind die Deutschen mehrheitlich der Meinung, der Zuzug von Flüchtlingen solle begrenzt werden. Besonders stark ist die Zustimmung bei Menschen zwischen 35 und 49 Jahren: 96 Prozent. 69 Prozent der Deutschen befürworten einen sofortigen Aufnahmestopp.

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Deutschland überfordert?

Immer kritischer sehen die Befragten auch die von der Bundesregierung veranlasste Einreise von Flüchtlingen aus Ungarn im September 2015 – damals wurde die Entscheidung der Kanzlerin noch von zwei Dritteln begrüßt, heute sind 85 Prozent dagegen. Am größten ist die Ablehnung in Sachsen und Thüringen, wo sich mehr als 90 Prozent gegen die Entscheidung aussprechen. Auch Menschen mit Abitur oder höherer Bildung halten die Entscheidung zu 81 Prozent für falsch.

Besonders unter Menschen mit niedrigerem Bildungsstand ist das Gefühl verbreitet, dass Deutschland die Kosten der Flüchtlingskrise auf Dauer nicht tragen kann. 87 Prozent zweifeln das an, fast jeder Zweite sogar sehr stark.

Die Zahl der Flüchtlinge ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Von  Januar bis September kamen nach Angaben des zuständigen Bundesamtes 213.000 Flüchtlinge; 2015 waren es im gleichen Zeitraum 577.000. Grund war unter anderem die von den Staaten geschaffenen Erschwernisse, auf der Balkanroute Staatsgrenzen zu überwinden sowie das Abkommen mit der Türkei zur Rücknahme illegal in die EU weitergereister Flüchtlinge.

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