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Pflege: Patientenschützer kritisieren Spahns Pflegepläne

Gesundheitsminister Jens Spahn will Pflegekräfte aus dem Ausland rekrutieren. Fachkräfte wanderten derzeit eher ab, heißt es von der Stiftung Patientenschutz.
Ein Bewohner eines Pflegeheims in Sachsen-Anhalt stützt sich auf einen Rollator. © Sebastian Willnow/dpa

Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz kritisierte am Montag Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), weil dieser vorgeschlagen hatte, ausländische Pflegekräfte zu rekrutieren."Spahn müsste als langjähriger Gesundheitsexperte eigentlich wissen, dass alle bisherigen Programme zur Anwerbung ausländischer Pflegekräfte gescheitert sind", sagte er.

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Der Minister streue der Bevölkerung Sand in die Augen, wenn er unterstelle, dass sich der Personalnotstand in der Pflege auf diese Weise lindern lasse, sagte Brysch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Laut Brysch ist es derzeit für ausländische Fachkräfte unattraktiv, in Deutschland in einem Pflegeberuf zu arbeiten. Schlechte Bezahlung, kaum Kompetenzen in medizinisch-pflegerischen Fragen und der hohe Arbeitsdruck führten dazu, dass gut ausgebildete Menschen lieber in der Schweiz, Großbritannien oder Skandinavien arbeiteten. "Die Zahl der Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten, die sich pro Jahr in Deutschland bewerben, liegt deutlich unter 1.000", sagte Brysch. Dabei zähle die Pflege schon heute 1,2 Millionen Beschäftigte.

Arbeitgeber scheuen den Aufwand

Die Arbeitgeber in Deutschland täten sich schwer, ausländische Pflegekräfte zu beschäftigen; sie scheuten Aufwand und Kosten, fügte der Patientenschützer hinzu. Pflege im medizinischen Bereich und auch in der Altenpflege erfordere unter anderem gute Sprachkenntnisse. Die Anforderungen könnten nicht einfach heruntergeschraubt werden. Für Demenzkranke sei es beispielsweise sehr belastend, wenn es zu Verständigungsproblemen komme. Zwar beschäftigten private Haushalte in Deutschland zwischen 150.000 und 180.000 ausländische Pflegehilfen – häufig in zweifelhaften Arbeitsverhältnissen. Es gelinge jedoch dem offiziellen Pflegesystem nicht, ausländische Fachkräfte zu rekrutieren, sagte Brysch. "Wir haben unter den gegebenen Umständen einfach keine Strahlkraft." Im Gegenteil: Deutsche Pflegekräfte wanderten verstärkt ins Ausland ab.

"Spahn setzt aufs falsche Pferd", kritisierte Brysch. Der Pflegenotstand müsse zwar schnell behoben werden. Dazu müssten Politik und Pflegebranche aber auf einheimische Kräfte setzen und Bezahlung und Arbeitsbedingungen verbessern. So könnten auch ausgebildete Pflegekräfte zurückgewonnen werden, die ihre Arbeitszeiten wegen der angespannten Arbeitsbedingungen verringert hätten oder ganz aus dem Beruf ausgestiegen seien.

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