FacebookFlickrGoogleInstagramTeilenSoundcloudTwitterGefällt mirAntwortenRetweetenYouTubeZEIT ONLINEFacebookFlipboardMailFacebook MessengerPockettwitterWhatsappZ+
Anzeige

Hambacher Forst: RWE zieht Graben und Seil um den Wald

Nach dem Ende der Räumung lässt der Energiekonzern RWE eine Umfriedung um den Hambacher Forst errichten. Ein Graben soll verhindern, dass der Wald wieder besetzt wird.
Hambacher Forst - RWE bereitet Rodung vor Die Besetzungen im Hambacher Forst sind geräumt und der Energiekonzern RWE bereitet die Rodung des Waldes vor. Für das Wochenende haben NGOs eine Großdemonstration angekündigt.

Der Energiekonzern RWE will nach der Räumung des letzten Baumhauses einen Graben sowie Seil und Flatterband um den Hambacher Forst ziehen. Das teilte das Unternehmen mit.

Die Einzäunung des Waldes soll nicht nur verhindern, dass der Hambacher Forst erneut besetzt wird. Der Energiekonzern braucht die Umfriedung auch, um ein widerrechtliches Eindringen rechtlich überhaupt als Hausfriedensbruch ahnden zu können. Das war zuvor in einem Gerichtsurteil festgestellt worden.

Anzeige

Die Arbeiten für die Umfriedung hätten bereits begonnen, sagte RWE-Sprecher Guido Steffen. "Wir werden es nicht dulden, dass Leute – nachdem die Räumung ja offenbar heute abgeschlossen wird – da eindringen und den Wald wieder besetzen." Den Angaben zufolge handelt es sich um einen Graben samt dahinter aufgeschüttetem Erdreich in einer Gesamthöhe von etwa einem bis eineinhalb Metern. Im Wald will der Konzern außerdem Hanfseile und Flatterband spannen sowie "Betreten verboten"-Schilder aufstellen.

Der Energiekonzern werde sein Recht auch mithilfe der Polizei durchsetzen, betonte der Sprecher. Laut Polizeiangaben werden nach der Räumung weiter Einsatzkräfte vor Ort sein, die Anzahl werde aber so weit wie möglich reduziert. Der RWE-Sprecher teilte weiter mit, der Konzern sei mitten in den Vorbereitungen zu den Rodungen. "Aber wir sagen nicht, wann wir beginnen", sagte Steffen.

Die NRW-Grünen sehen trotz der Arbeiten noch Chancen, den Wald zu retten. Zwar habe der Energiekonzern RWE die Rechtsgrundlage für die Rodungen und für den Kohleabbau, sagte Grünen-Landtagsfraktionschefin Monika Düker. "Es ist aber kein Zwang, das durchzusetzen." In einem Antrag für die Landtagssitzungen in der kommenden Woche fordert die Fraktion die Landesregierung auf, Einfluss auf RWE zu nehmen. Der Konzern solle mindestens bis zum Abschluss der Diskussionen in der Kohlekommission auf eine Rodung verzichten, heißt es darin.

Anzeige

RWE will einen großen Teil des verbliebenen Waldes für den Braunkohletagebau Hambach roden. Eigentlich hätte das Unternehmen schon ab dem 1. Oktober mit dem Abholzen beginnen können. Aber wegen einer noch ausstehenden Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster zur Rechtmäßigkeit der Rodungen hatte der Konzern eine Stillhaltezusage bis längstens 14. Oktober abgegeben.

Startseite
Anzeige