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Spendenbereitschaft: Weniger Spender, aber höhere Spenden

Immer weniger Menschen in Deutschland spenden an gemeinnützige Organisationen. Wer allerdings Geld gibt, spendet meist mehr und öfter.
Ein Mensch gibt Geld in einen Sammelkorb für die Kollekte im Gottesdienst. In Deutschland geht die Zahl der privaten Spenderinnen und Spender zurück. Gleichzeitig geben die Menschen mehr Geld, wenn sie spenden. © Henning Kaiser/​dpa

Die Zahl der privaten Spenderinnen und Spender in Deutschland ist auf dem tiefsten Stand seit 2005. Zwischen Januar und September dieses Jahres spendeten rund 15,7 Millionen Menschen Geld an gemeinnützige Organisationen und Kirchen, wie aus einer Erhebung des Deutschen Spendenrats hervorgeht. Das sind 800.000 weniger als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Es sei der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung vor 15 Jahren.

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"Der Trend der letzten Jahre, dass immer weniger Menschen spenden, bleibt damit leider ungebrochen", sagte Max Mälzer, Geschäftsführer des Spendenrats. Doch obwohl weniger Menschen spenden, wirkt sich das kaum auf das Gesamtvolumen aus. Bis Ende September sind in diesem Jahr insgesamt 3,26 Milliarden Euro für wohltätige Zwecke eingenommen worden. Das sind 1,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2018.  

Einzelne Spendenbeiträge steigen an

Dass die Folgen für das Gesamtvolumen überschaubar bleiben, hänge vor allem damit zusammen, dass die einzelnen Spenden höher ausfallen als in früheren Jahren. Laut Spendenrat gibt die oder der Einzelne im Schnitt 35 Euro. Vor zehn Jahren lag die durchschnittliche Spendenhöhe noch bei 27 Euro. Gleichzeitig geben die Menschen auch häufiger Geld. Mit durchschnittlich sechs Spenden im Jahr ist ein neuer Rekordwert erreicht worden. 

Der Spendenrat ist optimistisch, dass trotzt "leichter Verluste" auch in diesem Jahr insgesamt wieder deutlich mehr als fünf Milliarden Euro für wohltätige Zwecke eingenommen werden. Vergangenes Jahr wurden insgesamt 5,3 Milliarden Euro gespendet.

Humanitäre Hilfe ist größter Spendenbereich

Mit Abstand spenden die Menschen am meisten für humanitäre Hilfsorganisation, etwa für die Natur- und Katastrophenhilfe oder die Kirche. Demnach gingen mit einem leichten Zuwachs drei Viertel des Gesamtvolumens an die humanitäre Hilfe. Auch beim Sport und der Kultur- und Denkmalpflege nahmen die Spenden zu. Einen Rückgang gab es hingegen beim Umwelt- und Tierschutz.

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Die Angaben basieren auf monatlichen Selbstauskünften von 10.000 deutschen Privatpersonen ab 10 Jahren, erhoben von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Deutschen Spendenrats. Der Spendenrat ist ein gemeinnütziger Dachverband von 68 Organisationen, die Spenden sammeln.

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