FacebookFlickrGoogleInstagramTeilenSoundcloudTwitterGefällt mirAntwortenRetweetenYouTubeZEIT ONLINEFacebookMailFacebook MessengertwitterWhatsappZ+
Anzeige

Seoul: Nordkorea zu Stopp von Atomtests bereit

Nord- und Südkorea haben nach Angaben aus Seoul ein Gipfeltreffen vereinbart. Während der Dialogphase wolle der Norden seine Atom- und Raketentests aussetzen.
Nordkorea ist nach Angaben Südkoreas bereit, das Atomprogramm während der Dialogphase zu stoppen, heißt es aus Seoul. © KCNA via KNS/dpa

Nordkorea hat nach Angaben aus Südkorea eingewilligt, seine Atom- und Raketentests während einer Dialogphase mit dem Süden zu stoppen. Nordkorea zeige seine "Entschlossenheit zur atomaren Abrüstung", hieß es von südkoreanischer Seite. Kurz zuvor hatte der Nationale Sicherheitsberater Südkoreas mitgeteilt, beide Staaten hätten sich auf ein Gipfeltreffen Ende April geeinigt. Dabei soll es zu einer direkten Begegnung zwischen dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un kommen.

Anzeige

Zudem verständigten sich die beiden Koreas auf eine direkte Telefonverbindung zwischen den Staatsführungen: "Der Süden und der Norden sind übereingekommen, eine Hotline zwischen den beiden Führern einzurichten, um die militärischen Spannungen abzubauen und eine enge Koordination zu ermöglichen", sagte der südkoreanische Sicherheitsberater. Bereits vor dem im April geplanten Gipfel solle das erste Telefongespräch geführt werden.

Die Ankündigung erfolgt nach der Reise einer südkoreanischen Delegation unter Führung von Chung Eui Yong nach Pjöngjang. Moon hatte fünf Emissäre mit der Absicht nach Nordkorea geschickt, die kommunistische Führung und die US-Regierung zu Verhandlungen zu bewegen. Die hochrangigen Vertreter des Südens trafen sich mit Kim Jong Un zum Abendessen. Im Anschluss sprach Nordkoreas Machthaber von einer "zufriedenstellenden Einigung". Es war das erste Mal seit seiner Machtübernahme Ende 2011, dass der Diktator hochrangige Vertreter Südkoreas traf.

Annäherung - Gipfeltreffen zwischen Nord- und Südkorea Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un wird sich erstmals mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In treffen. Das letzte Gipfeltreffen beider Länder ist zehn Jahre her.

US-Regierung "vorsichtig optimistisch"

Die nordkoreanische Seite hat nach Angaben aus dem Süden bei den Gesprächen betont, dass sie keinen Grund habe, Atomwaffen zu besitzen – sofern sie eine verlässliche Sicherheitsgarantie bekomme. Darunter falle, dass militärische Drohungen eingestellt werden müssten und die Sicherheit der Führung nicht gefährdet werde. Unter diesen Bedingungen sei Nordkorea auch zum Dialog mit den USA bereit. Sollten Gespräche mit der Regierung Donald Trumps stattfinden, wolle Nordkorea seine Atom- und Raketentests einfrieren.

Anzeige

US-Präsident Trump twitterte wenige Stunden nach der Ankündigung von "möglichem Fortschritt" in den Gesprächen mit Nordkorea. Am Montag hatte bereits ein Sprecher des Pentagons gesagt, man sei "vorsichtig optimistisch" über die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea. "Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass wir die militärischen Optionen zur Verteidigung der koreanischen Halbinsel beibehalten und dass wir Schulter an Schulter mit unseren südkoreanischen Verbündeten stehen", sagte Sprecher Robert Manning.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Nordkorea kann nach eigenen Angaben das gesamte US-Festland mit Atomsprengköpfen angreifen. Trump und Kim Jong Un drohten sich gegenseitig mit Angriffen oder gar vollständiger Vernichtung.

In jüngster Zeit gab es Zeichen der Entspannung: Nordkorea entsandte Athletinnen und Athleten zu den Winterspielen und auch Kim Jong Uns Schwester Kim Yo Jong, ein führendes Mitglied der nordkoreanischen Arbeiterpartei, reiste ins südkoreanische Pyeongchang. Das Treffen beider Präsidenten im April wäre das dritte gesamtkoreanische Spitzentreffen seit dem Jahr 2000. Es soll im Grenzort Panmunjom stattfinden.

Startseite
Anzeige