Der Anführer der libanesischen Hisbollah-Miliz hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin
Netanjahu davor gewarnt, seine Luftangriffe in Syrien auszuweiten. "Hütet euch
davor, es mit eurem Tun in Syrien zu übertreiben", sagte Hassan Nasrallah in einem ausführlichen Interview mit dem in Beirut ansässigen
TV-Sender Al-Mayadeen. "Eine Fehleinschätzung könnte die Region in
einen Krieg oder eine große Konfrontation treiben."
Nasrallah warnte, es könne "jederzeit die Entscheidung von der syrischen
Führung und der Achse des Widerstands getroffen werden, anders mit den
israelischen Aggressionen umzugehen". Er deutete an, Tel Aviv könne zum Ziel von Angriffen werden. Die schiitische Hisbollah-Miliz
unterstützt im Syrienkonflikt zusammen mit dem Iran Machthaber Baschar al-Assad. Israel will mit aller Macht einen wachsenden Einfluss
seines Erzfeindes Iran im Nachbarland Syrien verhindern und fliegt seit
Monaten Luftangriffe gegen mutmaßliche iranische Stellungen in Syrien.
Hisbollah mokiert sich über "Versagen" Israels in Syrien
Israel habe es bisher weder geschafft, die Macht der syrischen Regierung zu untergraben noch den Einfluss des Iran zu schmälern, sagte Nasrallah. Zudem habe Israel die Hisbollah nicht davon abhalten können, sich mit Präzisionsraketen zu bewaffnen. Dass die USA ihre Truppen abziehen, sei ein weiteres "Versagen" des Landes; niemand sei darüber so enttäuscht wie Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.