FacebookFlickrGoogleInstagramTeilenSoundcloudTwitterGefällt mirAntwortenRetweetenYouTubeZEIT ONLINEFacebookFlipboardMailFacebook MessengerPockettwitterWhatsappZ+
Anzeige

Mittelstreckenraketen: Nato will auf russische Bedrohung reagieren

Laut der Nato baut Russland weitere Mittelstreckenraketen. Im Bündnis wird nun beraten, wie man sich auf die Raketen und das Ende des INF-Abrüstungsvertrags vorbereitet.
Der Generalleutnant des russischen Militärs und Befehlshaber der Raketen- und Artilleriestreitkräfte, Michael Matwejewski (links), stellt den neuen Marschflugkörper vom Typ 9M729 vor. © Pavel Golovkin/AP/dpa

Die Bedrohung Europas durch russische Mittelstreckenraketen wird nach Einschätzung der Nato weiter zunehmen. Die Regierung in Moskau habe mittlerweile mehrere Bataillone mit den Marschflugkörpern vom Typ SSC-8 ausgestattet und baue weitere SSC-8, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in Brüssel. Die Nato wolle kein neues Wettrüsten, aber man werde bei dem Verteidigungsministertreffen an diesem Mittwoch diskutieren, wie sich das Bündnis an eine Welt mit zusätzlichen russischen Raketen anpassen sollte.

Anzeige

Wegen der russischen Raketen vom Typ SSC-8 (Russisch: 9M729) hatten die USA Anfang Februar den INF-Vertrag zum Verzicht auf landgestützte atomare Mittelstreckenwaffen mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern gekündigt. Washington wirft Moskau gemeinsam mit den Nato-Partnern vor, mit seinem Marschflugkörper 9M729 gegen das Abkommen aus dem Jahr 1987 zu verstoßen. Die russischen Marschflugkörper sollen demnach mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden können und eine Reichweite von deutlich über 2000 Kilometern haben.

"In einer Welt mit mehr russischen Raketen"

Russland weist den Vorwurf der Vertragsverletzung zurück und gibt die maximale Reichweite der Flugkörper mit nur 480 Kilometern an. Die Regierung in Moskau hat allerdings bereits angekündigt, sich wie die USA ab sofort nicht mehr an den Vertrag halten zu wollen. Er endet offiziell erst im August nach Ablauf einer sechsmonatigen Kündigungsfrist.

"Wir planen für eine Welt ohne INF-Vertrag", sagte Stoltenberg in Brüssel. Er räumte ein, dass der 1987 geschlossene Vertrag nicht alle Länder mit Mittelstreckenraketen umfasse und nannte dabei China, Indien, Pakistan und Iran. Auch die Nato sehe deshalb "Gründe dafür, den INF-Vertrag zu erweitern und mehr Länder einzuschließen". Dies könne aber "keinesfalls eine Entschuldigung" dafür sein, dass Russland den Vertrag verletzte.

Anzeige

Die Nato-Verteidigungsminister würden bei ihrem Treffen ab Mittwoch daher beraten, "welche Schritte die Nato ergreifen sollte in einer Welt mit mehr russischen Raketen", sagte Nato-Generalsekretär Stoltenberg am Dienstag in Brüssel. Er bekräftigte, das Bündnis habe aber nicht "die Absicht, neue landgestützte Atomraketen in Europa zu stationieren". Zu seegestützten oder luftgestützten Waffensystemen äußerte er sich allerdings nicht.

Startseite
Anzeige