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Abgasskandal: Porsche SE zu Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt

Der VW-Hauptanteilseigner muss Aktionären 47 Millionen Euro zahlen. Das Landgericht Stuttgart sah es als erwiesen an, dass zu spät über den Abgasskandal informiert wurde.
Die Holding habe nach Auffassung des Gerichts den Kapitalmarkt zu spät und damit fehlerhaft über die Folgen des Dieselskandals informiert, lautet die Urteilsbegründung. © Sebastian Gollnow/dpa

Das Landgericht Stuttgart hat im Zusammenhang mit dem VW-Dieselskandal ein erstes Urteil über eine Anlegerklage gefällt. Eine Zivilkammer des Landgerichts verurteilte die VW-Dachgesellschaft Porsche SE zu Schadenersatz in Millionenhöhe.

Die Holding habe nach Auffassung des Gerichts den Kapitalmarkt zu spät und damit fehlerhaft über die Folgen des Dieselskandals informiert, sagte Richter Fabian Reuschle in seiner Urteilsbegründung. Auch der frühere VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn habe seine Pflichten mindestens grob fahrlässig verletzt.

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Das Gericht sprach einem Pensionsfonds der britischen Stadt Wolverhampton 3,2 Millionen Euro Schadenersatz zu. Anderen klagenden Anlegern muss Porsche SE nach Angaben des zuständigen Anwalts 44 Millionen Euro zahlen.

Die Porsche SE hatte die Klagen als unbegründet zurückgewiesen. In einer früheren Stellungnahme hieß es, dass das Unternehmen gegen ein Schadenersatzurteil Rechtsmittel einlegen wolle.

Porsche SE besitzt die Mehrheit der Anteile an Europas größtem Autobauer Volkswagen. Über das Unternehmen halten die Familien Porsche und Piech ihre Stimmrechtsmehrheit an Volkswagen. VW-Chef Martin Winterkorn war während der Enthüllungen über den Dieselabgasbetrug zugleich Vorstandschef der Porsche SE. Als Reaktion auf den Abgasskandal ist Porsche als erster deutscher Autokonzern aus der Produktion von Dieselfahrzeugen ausgestiegen.

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