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Singapur: Polizei durchsucht Büros von Wirecard

Berichte über Betrugsfälle haben den Kurs von Wirecard sinken lassen. In Singapur wurden Büros durchsucht, die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen unbekannt.
Der Finanzdienstleister Wirecard ist Gegenstand juristischer Ermittlungen. © Wolfgang Rattay/Reuters

Nach den Berichten über angebliche Betrugsfälle beim deutschen Bezahldienstleister Wirecard hat die Polizei in Singapur Räumlichkeiten des Unternehmens durchsucht. Das bestätigte die Polizei des Stadtstaates. Wirecard teilte mit, die Firma habe der Polizei Unterlagen übergeben und kooperiere mit den Ermittlern. Zugleich wies das Unternehmen mit Sitz in der Nähe von München die Berichte der britischen Financial Times über angebliche Unregelmäßigkeiten erneut zurück. Diese entbehrten jeder Grundlage.

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Die Financial Times hatte nach mehreren Artikeln in der vergangenen Woche am Donnerstag erneut über die Angelegenheit berichtet. Die Wirecard-Aktie sank daraufhin wieder deutlich. Auch am Freitag verlor das Wertpapier weiter. Seit Jahresbeginn hat die Wirecard-Aktie bereits mehr als 20 Prozent an Wert eingebüßt.

Journalisten der Zeitung konnten nach eigenen Angaben Dokumente von Anwälten einsehen, die Wirecard selbst beauftragt hat. Die Juristen fanden demnach Belege für "schwere Vergehen" wie Urkundenfälschung. Es gebe Grund zu der Annahme, dass diese Fälschungen andere Taten verdecken sollten, etwa Betrug, Untreue, Korruption oder Geldwäsche.

Wirecard weist die Vorwürfe zurück. Die Finanzaufsicht Bafin prüft inzwischen, ob es sich beim Absturz der Aktie in der vergangenen Woche um Marktmanipulation gehandelt haben könnte. Die Staatsanwaltschaft München hat deswegen ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet. Die Behörde ermittle wegen möglicher Marktmanipulation, sagte eine Sprecherin. Das Unternehmen habe eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Die Behörde prüfe aber immer auch von Amts wegen, ob sie ein Ermittlungsverfahren in die Wege leite. Gegen Manager von Wirecard selbst sieht die Staatsanwaltschaft nach wie vor keinen Anfangsverdacht der Marktmanipulation.

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Wirecard hatte im vergangenen Herbst Schlagzeilen gemacht, als das Unternehmen die Commerzbank aus dem Dax verdrängte. Zu diesem Zeitpunkt war die Firma mehr als 23 Milliarden Euro wert und überholte damit sogar die Deutsche Bank. Wirecard war 1999 auf dem Höhepunkt der Internetblase gegründet worden und konzentrierte sich schnell auf den Zahlungsverkehr im Internet.

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