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Klimawandel: Afrikas Tropenwälder stoßen unerwartet viel CO2 aus

Wo Wälder und Böden intakt sind, speichern sie Kohlendioxid. Doch Afrikas Tropenwälder geben große Mengen des Treibhausgases ab. Eine mögliche Ursache: degenerierte Böden
Regenwald im Kongogebiet © Finbarr O'Reilly/​Reuters

Tropische Regenwälder und Waldböden sind CO2-Senken – also Speicher für Kohlenstoffdioxid. Damit tragen sie, wenn sie erhalten werden, zum Schutz des Weltklimas bei. Abholzung, Waldbrände und Brandrodung hingegen beschleunigen den Klimawandel. Denn verrottet oder verbrennt das Pflanzenmaterial, gelangt das vorher in der Biomasse gebundene Treibhausgas CO2 in die Atmosphäre und trägt dort nachweislich zur fortschreitenden Erwärmung der Erde bei.

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Welche Art von Wäldern wie viel CO2 speichert, wie viel diese Ökosysteme auf natürlichem Wege abgeben und aufnehmen, welchen Anteil die Böden der Wälder an diesem Kreislauf haben und wie groß der Einfluss der einzelnen tropischen Regenwaldregionen auf den vor allem durch Emissionen aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft verursachten Klimawandel ist, ist allerdings bis heute nicht genau erforscht.

Für eine aktuelle Studie (Nature Communications: Palmer et al., 2019) haben Geowissenschaftler um Paul Palmer von der University of Edinburgh nun Satellitendaten aus den Jahren 2009 bis 2017 ausgewertet und dabei Überraschendes festgestellt: Während die tropischen Waldgebiete in Südamerika – also etwa im Amazonasgebiet –, Asien und Australien wie zu erwarten in der Bilanz weiterhin zuverlässig CO2 speichern, zeigte sich, dass einige tropische Waldregionen Afrikas im Durchschnitt einiger Jahre große Mengen an Treibhausgas abgegeben haben – und zwar in einer Menge, die weit über den Erwartungen liegt. Die höchsten Werte stellte das Forscherteam über dem Kongobecken und Äthiopien fest.

Degenerierte Böden als mögliche Ursache

Gerade diese Gebiete sind durch menschliche Eingriffe, Land- und Waldwirtschaft zuletzt stark verändert worden, was zu einer schlechteren Bodenqualität geführt hat. In diesen degenerierten Böden vermuten die Forscher die Ursache dafür, dass sie in ihrer Funktion als natürliche CO2-Speicher stark geschädigt sind.

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Laut den Autoren könnten die festgestellten hohen CO2-Mengen aus den Böden stammen. Maßnahmen, um den Klimawandel aufzuhalten, müssten diese Gebiete dann künftig stärker berücksichtigen.

Die im Pariser Abkommen zum Klimaschutz festgelegten Grenzen an CO2-Emissionen basierten darauf, dass natürliche Kohlenstoffspeicher wie die tropischen Regenwälder weiterhin intakt sind und funktionieren. Doch durch menschlich verursachte Veränderungen sei deren Speicherfunktion zunehmend gefährdet, warnen die Forscher. Das erreichen der Klimaschutzziele werde dadurch zusätzlich erschwert.

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Bereits der jüngste Sonderbericht zum Klimawandel des Weltklimarats IPCC hatte auf die zunehmende Bodendegradierung weltweit hingewiesen, die inzwischen ein Viertel der eisfreien Landfläche der Erde betrifft. Degradierte Böden sind außerdem auch landwirtschaftlich schlechter nutzbar, was die Abholzung weiterer noch naturbelassener Wälder oder auch die Trockenlegung von Mooren – die ebenfalls viel Kohlenstoff speichern – fördert.

In diesem Schwerpunkt lesen Sie mehr zu den Ursachen und Folgen des fortschreitenden Klimawandels.

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