Zweimal pro Woche beliefert er Dörfer im Landkreis Südwestpfalz, die keinen eigenen Einkaufsladen mehr haben. Das CAP-Mobil bietet anderthalb Stellen für Menschen mit Behinderung, die nach dem Einzelhandelstarif bezahlt werden.

"Ich arbeite schon im CAP-Mobil, seit es 2011 seinen Betrieb aufnahm. Mein Chef holt mich morgens um halb 8 vor der Haustüre ab. Wir laden zuerst Gemüse, Früchte und Molkereiprodukte in unseren Verkaufs-Lkw, der rund 850 Artikel vorhält. Da muss man sich immer Notizen machen, was rausgeht und was für den nächsten Tag nachgeladen werden muss. Ich fahre die Touren über das Land mit. Wir fahren bis zu 16 Haltestellen am Tag an, in der Woche geht es zu insgesamt 36 Ortschaften.

Bei uns kaufen hauptsächlich ältere Damen ein, manche kommen mit dem Rollator angetuckert. Ich helfe ihnen beim Einkauf, weil ich ja weiß, wo bei uns was im Regal steht. Wir sind immer zu zweit auf Tour. Einige Kundinnen kaufen richtig viel ein, andere kaufen nur Frisches dazu. Wenn nötig, trage ich ihnen den Einkauf nach Hause. Sie freuen sich nicht nur über die Möglichkeit zum Einkauf, sondern auch, dass sie mit jemandem ein paar Worte sprechen können. Mir macht das sehr viel Spaß. Wenn wir am Ende des Tages zurückkommen, heißt es: ausladen und Artikel nachfüllen!

Ich habe eine 37,5-Stunden-Woche. Ich mache meine Arbeit aber so, als ob mir das Geschäft gehören würde, und bleibe auch länger. Eben, bis alles fertig ist. Ich war lange Zeit in der Metallbranche tätig, bis ich so etwas wie ein Burnout gekriegt habe und Medikamente nehmen musste. Zuerst habe ich in einer Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet. Seit ich auf ein neues Medikament umgestellt bin, geht es mir besser. Die Arbeit geht mir wieder gut von der Hand und ich fühle mich pudelwohl. Mir gefällt der Job sehr gut, das ist das erste Mal in meinem Leben. Ich würde gerne bis ins Rentenalter bleiben."
Aufgezeichnet von Carmen Molitor

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