"Ich bin auf dem Hof meiner Eltern aufgewachsen. Als ich Kind war, hatten wir noch Tiere, heute nur noch Felder und Wiesen. Wir bewirtschaften die 30 Hektar mit Gras, Kleegras und Mais. Damit beliefern wir vier Mal im Jahr die örtliche Biogasanlage. Vor zwei Jahren haben wir einen neuen Automatik-Bulldog gekauft, der so umgebaut ist, dass ich ihn fahren kann. Er hat eine Hebebühne, die mich zum Fahrersitz bringt und zurück. Bedienen kann ich das Fahrzeug mit einem ganz normalen Handgerät mit einem Hebel. Mit dem Hebel gebe ich Gas und bremse. Ich brauche nur Hilfe, um die Geräte zu befestigen. Aber dann mähe ich die Flächen allein. Danach stelle ich den Bulldog neben meinem Rollstuhl wieder ab, den ich nicht auf dem Bulldog dabei habe, arbeite weiter mit dem großen Kipper und fahre das Gras und den Mais zur Biogasanlage.

Ich habe Maurer gelernt und wollte den Hof meiner Eltern eigentlich nicht übernehmen. Zumindest nicht die Viehwirtschaft, die Felder schon eher. Ich hatte auch mit dem Gedanken gespielt, Gebirgsjäger bei der Bundeswehr zu werden. Mein Einberufungsbescheid war schon da, als der Unfall passierte. Ich war 19 Jahre alt und beim Ski-Weltcup in Ofterschwang als Helfer. Dort hatte ich einen schweren Skiunfall. Seither bin ich querschnittsgelähmt. Zum Glück hat die Verwaltungsberufsgenossenschaft den Unfall als Berufsunfall anerkannt und mir den umgebauten Bulldog bezahlt. So kann ich meinem Vater und meiner Schwester jetzt dabei helfen, den Hof weiter zu bewirtschaften."

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