Wenn man den langen Flug nach Australien hinter sich gebracht hat, kommt man danach vielleicht nicht unbedingt auf die Idee, sich in ein Auto zu setzen und weiterzureisen. Doch es gibt eine Strecke am anderen Ende der Welt, für die man genau das tun sollte: Die Südküste Australiens von Melbourne bis Adelaide. In welche Richtung man diese gut 1000 Kilometer fährt, bleibt jedem selbst überlassen, aber die schönsten Stationen darf man sich nicht entgehen lassen. 

Beginnen wir in Melbourne, von dort erreicht man nach nur einer Stunde Fahrt die Mornington Peninsula. Die hügelige Küstenlandschaft mit Blick aufs Meer ist berühmt für ihre Golfplätze, auch wenn sich auf einigen mehr Kängurus als Spieler tummeln sollen. Genussmenschen sind ebenfalls an der richtigen Adresse: Es wird Wein angebaut, Käse hergestellt, und sogar eine Schokoladenmanufaktur kann besichtigt werden. Mit der Fähre setzt man von hier zur "Great Ocean Road" über. Die berühmteste Küstenstraße Australiens trägt ihren Namen zu Recht, sie schlängelt sich über 320 Kilometer an der Küste entlang und bietet atemberaubende Ausblicke auf steilen Klippen. Unterwegs kann man die bekannteste Sehenswürdigkeit der Strecke nicht verpassen, die zwölf Apostel. Die imposanten Felsnasen entstanden vor 10 bis 20 Millionen Jahren, und besonders in der Morgen- und Abendsonne geht ein ganz spezielles, geradezu magisches Leuchten von ihnen aus. Wer genauer hinguckt, wird merken, dass es eigentlich nur acht Apostel sind, die anderen wurden von Wind und Wasser davongetragen.   

Beste Aussichten auf Kangaroo Island.

Zugegebenermaßen fällt es schwer, den Blick vom Meer zu lösen, doch man sollte auch der australischen Tierwelt die Ehre erweisen, ob den Kängurus, Koalas oder Emus, den Wallabys oder Kookaburras. Im Grampians Nationalpark erfährt man außerdem alles über die Kultur der Aboriginies und kann ihre faszinierenden Wand- und Höhlenmalereien besichtigen.  Die Strecke führt weiter nach Mount Gambier in South Australia, wo sich die Farbe des geheimnisvollen Vulkankratersees Blue Lake ständig zu verändern scheint. Zu Beginn des australischen Sommers wird er von einem Tag auf den anderen so tiefblau, dass man seinen Augen kaum traut.

Welche Kraft Wasser haben kann, erlebt man in den Höhlen von Naracoorte, die ebenfalls auf der Strecke liegen. Sie wurden vom Grundwasser über Millionen von Jahren ausgehöhlt und gehören mit ihren beeindruckenden Stalagtiten und Stalagmiten sowie den außergewöhnlichen Fossilien zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Zwischenstopp auf der Fleurieu Peninsula lohnt sich ebenso wie ein Abstecher nach Victor Harbor, wo man mit einer von Pferden gezogenen Straßenbahn nach Granite Island fahren oder sich nachts auf Pinguin-Beobachtungstouren begeben kann. Wer sich für seltene Tierarten in freier Wildbahn interessiert, sollte unbedingt einen Abstecher nach Kangaroo Island machen. Denn Kangaroo Island bietet eine atemberaubende Küstenlandschaft mit unberührten Stränden und gilt auch als Zoo ohne Zäune. Die Insel ist somit der beste Ort, um die australische Tierwelt, wie z.B. Seelöwen, Kängurus und Koalas in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Anschließend kann man sich in der größten Weinregion Südaustraliens, im McLaren Vale, bei einem guten Glas Rotwein entspannen und darüber sinnieren, was man zwischen Melbourne und Adelaide alles erlebt hat. Auf dieser Route wird jeder seine ganz persönlichen Höhepunkte entdecken. Aber eins bleibt auf der ganzen Strecke gleich: Man ist immer wieder überwältigt von der Schönheit der Natur, von den unberührten Nationalparks, den gewaltigen Felsen, den zerklüfteten Klippen und den Stränden, die fast zu schön sind, um wahr zu sein.