Die Faszination der Sterne

Schon immer waren die Menschen von den Sternen fasziniert, insbesondere von Kometen, die im Altertum und im Mittelalter häufig als Schicksalsboten oder Zeichen der Götter angesehen wurden. Ein Komet wird nach seinem Entdecker benannt – und bis heute gibt es Kometenjäger auf der ganzen Welt, die davon träumen, mit ihrem eigenen Himmelsstern in die Geschichte der Astronomie einzugehen. In dieser Wissenschaft spielen Amateure eine große Rolle für die Forschung, denn für die Entdeckung eines neuen Kometen benötigt man lediglich ein relativ preiswertes Teleskop und natürlich sehr viel Zeit und Geduld.
Von dieser Leidenschaft wird in Marc Deckerts Roman "Die Kometenjäger" auch Philipp Steimle gepackt. Der Ich-Erzähler ist 28 Jahre jung und die Welt stünde ihm offen – aber ihm fehlt der Antrieb, und so hat er es sich in seinem langweiligen Leben so bequem wie möglich eingerichtet. Sein Blick in die Welt ist begrenzt, er sieht keine Perspektive, doch er sucht auch nicht danach. Erst als Philipp den Einzelgänger Tom Eisenroth trifft, der auf der fanatischen Suche nach unbekannten Kometen ist, werden Philipp buchstäblich die Augen geöffnet – und fortan richtet sich sein Blick in den Himmel. Die beiden Protagonisten sind geprägt von der Perspektivlosigkeit ihrer Generation, was dazu führt, dass der Langweiler Philipp sich gar keine Ziele setzt, während der Astronomie-Freak Tom sich in seinem selbst erschaffenen Kosmos abschottet. Tom leidet darunter, dass das Zeitalter der Kometenjäger so gut wie abgelaufen ist, denn inzwischen können Computer die Kometen schneller entdecken als das menschliche Auge.