Sie glauben, alles zu durchschauen? Probleme lassen sich durch rationales Denken lösen, und wer bei klarem Verstand ist, hat alles im Griff? Das sehen Steven Levitt und Stephen Dubner anders. Der eine ist Ökonom und Professor an der University of Chicago, er fiel schon in Harvard durch unkonventionelles Denken auf. Der andere ist Journalist und ehemaliger Herausgeber des "New York Times Magazine". Gemeinsam veränderten sie mit ihrem Bestseller "Freakonomics" den Blick auf die Welt. Das klingt vielleicht etwas anmaßend und unverständlich, was hat es also mit diesem Freak-Denken auf sich? Die beiden Autoren behaupten, anders zu denken als die Mehrheit: kreativer und produktiver. Das kann jeder lernen, behaupten sie und geben in ihrem neuen Buch "Think like a Freak!" Beispiele und praktische Tipps.

Zum besseren Verständnis hier eins ihrer skurrilen und amüsanten Geschichten, die für das Freak-Denken stehen:  Als die Hard-Rock-Band "Van Halen" auf Tournee ging, schickte sie den Veranstaltern zusätzlich zum Vertrag einen 53-seitigen Anhang mit Klauseln zu den Anforderungen an die Technik, die Sicherheit und das Catering. Auf Seite 40 wurde der Veranstalter aufgefordert, bei den Süßigkeiten die braunen M&Ms vorab auszusortieren, was nicht nur pingelig, sondern geradezu lächerlich erscheint. Schikane oder Diventum, was steckt dahinter? Weder noch, sagen die beiden Autoren, und erläutern die Genialität dieser Idee, dieses Paradebeispiels für Freak-Denken: Van Halens Liveshow war eine aufwendige Veranstaltung mit vielen Ton- und Lichteffekten, für die eine präzise Vorbereitung und besonderes Equipment notwendig waren. Wie konnte die Band sichergehen, dass der jeweilige Veranstalter alles sorgfältig vorbereitet und die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten hatte?