Schon von der ersten Seite an stockt einem beim Lesen von Nicci Frenchs neuem Psychothriller "Eisiger Dienstag" der Atem. Die Sozialarbeiterin Maggie besucht die psychisch kranke Michelle Dovce, um nach dem Rechten zu sehen. Die seltsame Frau bittet Maggie in die Wohnung, fragt freundlich: "Möchten Sie ihn kennenlernen?" und führt sie zum Sofa. Völlig unvorbereitet wird die Sozialarbeiterin mit einem Mann konfrontiert, der dort sitzt und von einer Wolke aus Fliegen umringt wird: "Ihre Wahrnehmung hatte sich verlangsamt und irgendwie verschoben, als befände sie sich tief unter Wasser oder in einem Traum. Benommen fragte sie sich, ob er eine Art Taucheranzug trug – einen bläulichen, wie marmoriert wirkenden und an manchen Stellen leicht aufgerissenen Taucheranzug -, und warum seine Augen so gelb und trüb aussahen." Natürlich trägt der Mann keinen Taucheranzug, sondern ist seit einiger Zeit tot. Aber warum sitzt er wochenlang nackt mit geschminkten Lippen und einer Bürste im Haar auf dem Sofa? Und wer ist dieser verweste Mann überhaupt? Das muss die Londoner Polizei unter Detective Inspector Karlsson aufklären, doch die geisteskranke Frau, die die Männerleiche beherbergt hat, gibt keine Auskunft. Und so kommt Dr. Frieda Klein ins Spiel, Psychotherapeutin und Hauptfigur in Nicci Frenchs neuer Thrillerserie. In "Eisiger Dienstag" ruft die Polizei Frieda Klein zur Hilfe, um Zugang zu der geisteskranken Frau zu bekommen. Tatsächlich gelingt es der Psychotherapeutin, die Identität des Toten aufzuklären: Robert Poole, ein intriganter Hochstapler mit einer gestohlenen Identität und vielen Feinden. Der vermeintlich einfache Fall wird komplexer, als Klein und Karlsson beginnen, in der Vergangenheit von Poole zu forschen. Immer mehr Opfer tauchen auf, und alle haben ein Mordmotiv. Wer trachtete nach Pooles Leben, wer sagt überhaupt noch die Wahrheit - und warum hat der Mörder von Poole es plötzlich auf Frieda Klein abgesehen?