Als der Journalist Dmitry Glukhovsky sein erstes Buchmanuskript an mehrere russische Verlage schickte, hagelte es Absagen. Doch anstatt aufzugeben, veröffentlichte er nach und nach die Kapitel im Internet und bezog seine Leser in den Schaffensprozess mit ein. So wurde "Metro 2033" zu einem interaktiven Roman mit mehreren tausend Fans im Netz. Plötzlich erwachte auch das Interesse auf Verlagsseite, im Jahr 2008 erschien "Metro 2033" endlich als Buch – und der Debütroman wurde sofort zum Bestseller. Glukhovsky ist ein Kämpfer, genau wie Artjom, sein Held der "Metro"-Reihe, aus der jetzt der dritte Band erscheint: "Metro 2035".
Doch worum geht es in dem neuen Werk, das über 700 Seiten umfasst und von seinen Fans sehnsüchtig erwartet wird? Ort des Geschehens ist das gigantische U-Bahn-Netz der Moskauer Metro. Hier im Untergrund leben die Menschen, nachdem ein Atomkrieg zwanzig Jahre zuvor die Erde verwüstet hat. Die Überlebenden haben in den Tunneln und Stationen eine neue Zivilisation errichtet, fernab von Tageslicht und frischer Luft. Doch in Sicherheit sind die Menschen auch hier nicht, sie verlieren sich in ideologischen Konflikten, außerdem gefährden Seuchen die Versorgung mit Lebensmitteln. Artjom will herausfinden, ob ein Leben an der Oberfläche wieder möglich ist, und begibt sich auf eine gefährliche Reise. Wie sieht es da oben inzwischen aus – und wird er jemals wieder zu seinen Leuten im Moskauer Untergrund zurückkehren?
Wer in der "Metro"-Reihe lediglich gut gemachte Science-Fiction-Literatur sieht, macht es sich zu einfach. Der Autor hat eine Vision, er möchte Genres vermischen und Regeln brechen, um den "Olymp der russischen Literatur zu erstürmen", wie er selbst sagt. Das scheint ihm zu gelingen. Glukhovsky ist zum russischen Kult-Autor avanciert, dessen Bücher in mehr als 20 Sprachen übersetzt werden.