Über sein Erstlingswerk erklärt Glukhovsky: "Für mich ist es eher eine Anti-Utopie, eine metaphorische Odyssee, in der sich verschiedene Ebenen sozialer Kritik, politischer Satire, Philosophie, usw. mit einer spannenden Geschichte verflechten." Dieser Intention ist Glukhovsky in seinem neuen Werk "Metro 2035" treu geblieben. Der gelernte Journalist, der als Fernsehreporter auch in Krisengebieten gearbeitet hat, beobachtet unsere Gesellschaft genau und weiß: "Wir sind unsere eigene schlimmste Bedrohung. Unsere Paranoia, unsere Aggression, unser unkontrollierbarer Zorn. Wenn die Menschheit jemals zerstört werden sollte, so wird es der Mensch selbst sein, der ihr den Todesstoß gibt." Erschreckend aktuell sind diese Worte in einer Zeit, in der religiöser Fanatismus weltweit Angst und Schrecken verbreitet. Glukhovskys Visionen spiegeln unsere Gesellschaft wider und können als Warnung verstanden werden. Aber brauchen die Menschen ein Weltuntergangsszenario, wollen sie darüber nachdenken und davon lesen? Diese Frage wird auch Artjom in "Metro 2035" gestellt – und Glukhovskys Antwort ist für potenzielle Leser das beste Argument, zu diesem Buch zu greifen: "Sie brauchen einen Helden. Sie brauchen einen Mythos. Sie müssen die Schönheit in anderen sehen, damit sie selbst Mensch bleiben."