Paul Kalanithis Traum war es, zu schreiben. Eines Tages, wenn das Leben nicht mehr so stressig sein würde – denn er dachte, er hätte noch viel Zeit. Doch dann kam alles anders. Der junge Arzt, der hundert Stunden pro Woche arbeitet und vor einer verheißungsvollen Karriere steht, hält sein eigenes CT-Bild in den Händen. Und sieht sofort, dass er Krebs hat. Die Diagnose ist eindeutig, die ganze Lunge ist von Tumoren durchzogen, die Wirbelsäule deformiert, auch die Leber ist befallen: "Ich hatte so viel vorgehabt und war so nahe dran gewesen. Mit der körperlichen Schwächung brachen die Träume und meine Identität in sich zusammen, ich steckte im selben existentiellen Dilemma wie sonst meine Patienten. Der Tod, der mir bei der Arbeit so vertraut gewesen war, besuchte mich jetzt persönlich."

Der 36-Jährige weiß, dass er nicht mehr viel Zeit hat und beginnt zu schreiben. "Bevor ich jetzt gehe" ist ein ehrlicher und mutiger Blick auf das Leben – und vor allem auf dessen Endlichkeit. In den USA wurde das Buch zum Lieblingsbuch der Leser, von dem alle sagen, man muss es gelesen haben. Jetzt liegt der Nummer-Eins-Bestseller auf Deutsch vor.

Paul Kalanithi erzählt, wie er bereits während seiner praktischen Ausbildung mit dem Tod konfrontiert wurde. Er sah sich als Mediziner nie nur als sein Gegenspieler, sondern musste auch manchmal sein Botschafter sein. Viel zu oft musste er Patienten oder ihren Angehörigen traurige Mitteilungen machen, wenn die Wissenschaft an ihre Grenzen gelangt war. Doch Kalanithi gewöhnte sich daran, er lernte, den Tod auszublenden und auch dann zu funktionieren, wenn ein Patient gerade auf dem Operationstisch gestorben war. Und plötzlich, von einem Tag auf den anderen, wirft das Schicksal ihn auf die andere Seite, und ihm wird klar: "Wie wenig wir Ärzte doch verstehen, durch welche Hölle wir die Patienten schicken!"