Ein Berliner Jude läuft für den Führer und taucht zur Belohnung in dessen Bunker unter: Dieser Roman seziert mit großer Erzählkunst die Absurditäten des Dritten Reiches.

"Ich war Hitlers Trauzeuge" – der Titel verrät bereits, was in dem Roman passiert, aber wie es dazu kommt, dass der Protagonist namens Harry Freudenthal im Frühjahr 1945 Hitlers Trauzeuge wird, ist eine aufregende, faszinierende und sowohl komische als auch tragische Geschichte. Der Jude Harry Freudenthal befindet sich auf der Flucht, seine Familie wurde bereits ausgelöscht, und am Ostersonntag 1945 rettet ihn ausgerechnet Leni Riefenstahl vor dem sicheren Tod. Sie sucht Läufer für den Führerlauf und erkennt Harry wieder, schließlich war er in ihrem "Olympia"-Film kurz zu sehen – und eine Reichsfilmregisseurin vergisst kein Gesicht. Das Kriegsende naht bereits, und Leni Riefenstahl muss ein paar hübsche Durchhaltebilder drehen in einem Land, in dem es keine sportlichen jungen Männer mehr gibt – außer Harry. Leni Riefenstahl findet in ihm den perfekten blonden "arischen" Mann, und so landet Harry Freudenthal nicht tot neben seinen Flucht-Kumpanen in einer Grube, sondern steht plötzlich als Paul Renner auf der Startliste für einen Propaganda-Lauf, der sich über tausend Kilometer von Berchtesgaden bis zum Brandenburger Tor erstreckt. Für Harry beginnt der Lauf seines Lebens, eine absurde Odyssee quer durch Deutschland, und am Ende geht es direkt zu Adolf Hitler in den Führerbunker. Schließlich darf der Sieger dem Führer persönlich zum Geburtstag gratulieren – was für ein Hauptgewinn für einen Juden auf der Flucht! Und so findet Harry sich neben dem bleichen und von Mundgeruch und Blähungen geplagten Führer auf einer Pritsche wieder, erlebt dessen letzte Tage und beeinflusst am Ende den Lauf der Geschichte.

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