Die Kapitel des Buches tragen so vielversprechende Überschriften wie "Unter Wilden", "Ausnahmezustand" oder "Quasselstrippen und Nervtöter". Aber wer nun glaubt, dass sich hier ein Promi-Wirt mit Boulevardgeschichten wichtigmachen will, täuscht sich gewaltig. Stattdessen schreibt Mary weiter: "Die Arbeit in einem Restaurant kann die Hölle auf Erden sein und dich an der Menschheit verzweifeln lassen."
Schnell wird klar, dass das Restaurant "Borchardt" mehr ist als ein Promi-Lokal und Roland Mary mehr zu erzählen hat als die meisten Restaurantchefs. Er sagt von sich, dass der Spruch "Wer nichts wird, wird Wirt" auf ihn zutreffe, schließlich hat der 60-Jährige im Leben viel ausprobiert. Nach einer Kfz-Lehre und zahlreichen Studiengängen lebte er als Hippie auf einem Bauernhof und entdeckte eher zufällig die Gastronomie für sich. Seine ersten Schritte machte er als Kellner, und er kennt dieses faszinierende Paralleluniversum, wie er es selbst bezeichnet, wie seine Westentasche. In über 30 Jahren hat er hochgerechnet vermutlich 100.000 Menschen kennengelernt, darunter viele Lebenshungrige, Spinner, Erlebnissüchtige und exaltierte Schauspieler.