Die beiden Publizisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch haben genauer hingeguckt. "Alles grün und gut?" heißt ihr Buch, es ist ein kritischer Blick auf fünf Jahrzehnte Umweltbewegung. Angefangen bei Bernhard Grzimeks Film "Serengeti darf nicht sterben" und Büchern wie Paul Ehrlichs "Bevölkerungsbombe" oder "Die Grenzen des Wachstums" zeigen sie, wie sich ökologisches Denken in Deutschland entwickelt hat. Als sich die Autoren 1985 kennenlernten, waren die Grünen gerade im Bundestag angekommen, der Umweltschutz galt als dringlichstes politisches Ziel und das Waldsterben schien unaufhaltsam zu sein.

Die Autoren mischten kräftig mit in der grünen Szene, entwickelten Umweltzeitschriften und kämpften für Biolandwirtschaft, den Atomausstieg und mehr Naturschutz. Doch als kritische Journalisten stellten sie bald fest, dass das grüne Denken sich immer mehr in Widersprüche verwickelte. Landschaftsschützer kämpften plötzlich gegen Klimaretter. Wer von beiden ist nun grün? Derjenige, der die Artenvielfalt schützt - oder der, der den Ökostrom produziert?