Fünf Jahre hat der amerikanische Autor Philipp Meyer an seinem zweiten Roman "Der erste Sohn" gearbeitet. Wer ihn liest, wundert sich, dass er nicht noch länger gebraucht hat, denn das Buch umfasst 200 Jahre amerikanische Geschichte, und der Autor hat gründlich recherchiert. Der Aufstieg der Familie McCullough erstreckt sich über fünf Generationen, und im Mittelpunkt steht Eli McCullough, der auf sein bewegtes Lebens zurückblickt: "Mir wurde vorhergesagt, dass ich hundert Jahre alt werden würde, und da ich dieses Alter erreicht habe, sehe ich keinen Grund, an dieser Prophezeiung zu zweifeln. Ich sterbe nicht als Christenmensch, auch wenn mein Skalp unversehrt ist, und falls es die ewigen Jagdgründe gibt, bin ich dorthin unterwegs." Elis Eltern gehören zu den ersten Siedlern, die in Texas in das Land der Indianer vordringen. Eli wird am 2. März 1836 geboren, an diesem Tag wird auch die Republik Texas gegründet, Eli ist ihr erster Sohn. Als Eli dreizehn Jahre alt ist, wird seine Familie von den Comanchen überfallen, Mutter, Schwester und Bruder werden brutal getötet. Nur Eli, der alles mitansehen musste, bleibt am Leben, ihn nehmen die Indianer als Gefangenen mit. Der kluge Junge passt sich dem neuen Leben an, wissbegierig erlernt er alles von den Indianern und verehrt schließlich die Kultur der Menschen, die ihm seine Familie genommen haben. Als er später zu den Weißen zurückkehrt, weiß er seine besonderen Fähigkeiten geschickt zu nutzen: Er verwandelt Land und Öl in Geld und Macht und erschafft eine einflussreiche Dynastie.