"Jena war das Silicon Valley des 18. Jahrhunderts", sagt Peter Neumann, Philosophie-Dozent an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Autor des neuen Buches "Jena 1800". Mit diesem Satz bringt der Experte für den Deutschen Idealismus auf den Punkt, was eine Generation von jungen Dichtern und Denkern, die in der Blüte ihres Schaffens aufeinandertraf, in Jena geleistet hat.

Obwohl die Universitätsstadt in Thüringen um 1800 noch nicht einmal 5000 Einwohner zählte, versammelten sich in Jena mehr Genies als heute in einer ganzen Großstadt. Hier hält Friedrich Schiller 1789 seine Antrittsvorlesung, Georg Wilhelm Friedrich Hegel schreibt an der "Phänomenologie des Geistes", Friedrich Wilhelm Joseph Schelling begründet seine Naturphilosophie, Friedrich Hölderlin, Novalis und die Gebrüder Schlegel legen den Grundstein für die deutsche Romantik, und Johann Gottlieb Fichte grenzt sich in seinem Denken von Immanuel Kant ab. Kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe kommt regelmäßig aus Weimar angereist, um sich mit der geballten Intelligenz von Jena, das er als "närrisches Nest" bezeichnet, auseinanderzusetzen. Hier schließt er endlich Freundschaft mit Schiller, der Autor schildert die erste Annäherung der beiden sehr lebendig und konstatiert: "Nach jener unverhofften Begegnung scheint es ganz, als komme man ohne einander nicht mehr aus. Spannung erzeugen. Energie konzentrieren. Seit jenem Tag reißt das Gespräch jedenfalls nicht mehr ab, heißt es offiziell Goethe und Schiller, agiert man auf Augenhöhe. Seither liegen Jena und Weimar Tür an Tür."


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