Rasante Perspektivwechsel, bedrohlich bildhafte Szenen und eine Hand voll Figuren, die ums Überleben kämpfen und um deren Leben auch der Leser bangt. Es geht um den Kampf Mensch gegen Natur und ums Überleben; hauptsächlich aber um die Menschlichkeit im Angesicht einer drohenden Katastrophe. Hoch oben im Norden Schwedens regnet es schon fast den ganzen Herbst. Und dann zeigen sich im obersten Staudamm des Lule älv tatsächlich Risse. Keiner kann sich vorstellen, dass er brechen könnte. Doch dann geschieht genau das - die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Das Wasser kommt in gigantischen Massen. Inmitten des Infernos eine Gruppe von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die nun aufeinander angewiesen sind, wollen sie überleben: Der Hubschrauberpilot, der kurz vor einem Selbstmord stand. Die Künstlerin, die mit ihrer Malgruppe in den Wäldern umherstreift. Die Schwangere, die an einen Schornstein geklammert um ihr Überleben kämpft und von einem anderen Schiffbrüchigen ins Boot gezerrt wird. Zwei Ingenieurinnen, die schon lange vor der Gefahr gewarnt haben. Sie alle kämpfen plötzlich ums Überleben. Mikael Niemi ist es in seinem neuen Roman ein Anliegen,  die Größenordnung zwischen Mensch und Natur in ein realistisches Licht zu rücken. Und er möchte damit auch ein wenig Demut lehren. Vor der Natur und vor deren Kraft, die der Mensch immer wieder zu unterschätzen scheint. Sie erobert zurück, was der Mensch meint, sich untertan machen zu dürfen. "Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen",dieses Zitat aus dem 1. Buch Mose (6:17), stellt er dem Roman voran. Denn auch die Assoziation mit den Geschichten aus der Bibel ist vom Autor gewollt. Dem Leser begegnen z.B. die aus dem Sündenfall bekannten Symbole der Schlange und des Baumes. Oder er wird an Geschichte von Jona und dem Wal erinnert, wenn  die Flutwelle einen Protagonisten in seinem Saab verschluckt. Die Lehre, dass es etwas Größeres gibt als das menschliche und irdische, hat Mikael Niemi sowohl aus seiner christlichen Erziehung gezogen als auch aus seiner Verbundenheit zur Natur.