Wir können heute jederzeit und überall sämtliche Informationen abrufen, die wir brauchen  – aber macht uns das intelligenter? Im Gegenteil, sagen Ernst Pöppel und Beatrice Wagner, Autoren des neuen Buches "Dummheit. Warum wir heute die einfachsten Dinge nicht mehr wissen".

Sind wir Menschen nicht die klügste Spezies auf der Erde? Wir haben Erstaunliches entdeckt, erschaffen und geleistet, wir haben das Rad erfunden und sind zum Mond geflogen, wir haben die Schrift entwickelt und das Internet hervorgebracht, das uns auf alle Fragen Antworten gibt. Wie können der Hirnforscher Prof. Dr. Ernst Pöppel und die Paartherapeutin Dr. Beatrice Wagner da sagen, dass wir alle immer dümmer werden? "Menschen sind eine Fehlkonstruktion", behaupten die Autoren und haben in ihrem Buch einzigartige Beispiele für die menschliche Dummheit gesammelt. Dazu gehört der gescheiterte Bau des Berliner Flughafens, und die Analyse zeigt, dass Expertentum allein in diesem Fall nicht ausreicht. Überhaupt mache Faktenwissen den Menschen nicht klüger, sondern dümmer, weil es dazu verleitet, nicht mehr selbst zu denken. Das Buch erzählt auch von Menschen, die ihren Verstand bei ihrem Navigationssystem abgeben und mit dem Auto in einem Fluss landen oder tagelang unterwegs sind, um ein nahegelegenes Ziel zu erreichen. Warum vertrauen wir nicht auf unser Gehirn und lesen die Straßenschilder? Dumm ist außerdem, dass die meisten Menschen immer einsamer werden, obwohl sie täglich neue Kontakte in ihren sozialen Netzwerken sammeln. Die Erklärung aus der Hirnforschung ist verblüffend: Evolutionsbedingt ist unser Gehirn nur in der Lage, zu 150 Menschen Kontakt zu haben. Intensive Freundschaft ist lediglich mit sehr wenigen Personen möglich. Wer unzählige Freunde hat, ist gestresst und kann keine echte Nähe aufbauen, worunter er wiederum leidet.