Sogar Lesen macht dumm, weiß der Hirnforscher Pöppel und sagt: "Das Gehirn wird durch Lesen vergewaltigt". Der Autor erklärt, dass das Lesen eine künstliche Fähigkeit ist, für die Teile des Gehirns zweckentfremdet werden müssen, die eigentlich für etwas anderes vorgesehen waren. Wenn Menschen lesen können, nehmen sie die Welt nicht mehr unmittelbar wahr, sondern durch den Filter der Bücher oder Computer, sagt Pöppel. Werden wir also noch dümmer, wenn wir das Buch "Dummheit" lesen? Glücklicherweise nicht, denn die Autoren wissen, wie wir unsere Intelligenz besser nutzen, unsere Beschränkungen akzeptieren und nicht auf falsches Expertenwissen hereinfallen. Wir müssen wieder lernen, unserer Intuition zu vertrauen, sollten achtsamer und vor allem langsamer durch das Leben gehen. Multitasking ist keine erstrebenswerte Fähigkeit, weil das Gehirn mehrere Minuten braucht, um nach einer Unterbrechung ins tiefe Denken zurückzufinden. Beatrice Wagner schildert das Dilemma einer befreundeten Journalistin, die völlig erschöpft war, weil sie sich rund um die Uhr in ihren E-Mails und dem Internet verlor und es dadurch nicht schaffte, ihrer eigentlichen Arbeit nachzukommen. Dieser "rasende Stillstand" ist ein typisches Phänomen unserer Zeit, und die Autoren geben wertvolle Tipps, wie man dieser Falle entkommt. Den wichtigsten Rat kann der geneigte Leser sofort umsetzen: Bitte jetzt den Computer herunterfahren, das Handy ausmachen, alle Bücher und Zeitungen weglegen - und einfach mal nachdenken. Über das Leben, über sich selbst oder am besten über die eigene Dummheit. Denn auch von der können wir lernen, wie uns das gleichnamige Buch eindrucksvoll beweist.