Richard David Precht ist ein Phänomen. Der populärste Philosoph Deutschlands meldet sich regelmäßig zu aktuellen Themen wie Rentenpläne, Klimakrise oder Schulpolitik zu Wort, hat seine eigene Sendung im ZDF und schreibt ein Buch nach dem anderen, von dem jedes einzelne auf der Bestseller-Liste landet. Jetzt ist der langersehnte dritte Band seiner vierteiligen Philosophiegeschichte erschienen: "Sei du selbst". Prechts ambitioniertes Projekt beschreibt die Entwicklung des abendländischen Denkens von der Antike bis heute und umfasste bisher die Bände "Erkenne die Welt" (Antike und Mittelalter) und "Erkenne dich selbst" (Renaissance und Aufklärung).

"Philosophie ist die Kunst, intelligent über das Leben nachzudenken", sagt Precht, und genau das gelingt ihm in seinen Büchern perfekt. Im neuen Band taucht er auf knapp 600 Seiten in die Gedankenwelt des langen 19. Jahrhunderts ein. Es ist das Zeitalter der Industrialisierung, die Herrschaft von Adel und Kirche endet, die Arbeitswelt verändert sich grundlegend, und die Menschen leiden unter den zahlreichen Umbrüchen und Ungewissheiten. Jetzt bildet der Mensch den Mittelpunkt der Schöpfung und macht sich die Erde untertan, der Glaube an eine göttliche Macht hat ausgedient. Die Wissenschaft hat Hochkonjunktur, aber auch die Philosophie muss sich neu ausrichten. Sie steht bald in Konkurrenz zu den Naturwissenschaften, die die Entstehung des Lebens erklären und begründen wollen. Schopenhauer, Kierkegaard und Nietzsche sind nur die bekanntesten Denker dieses Jahrhunderts, man erfährt Faszinierendes, aber mitunter auch Amüsantes über sie und ihre Zeitgenossen. Plötzlich wird einem klar, dass die Menschen sich im Laufe der Geschichte immer wieder die gleichen Fragen gestellt haben, allerdings zu unterschiedlichen Antworten gekommen sind – schließlich wird das Denken von den äußeren Umständen beeinflusst.


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