Wenn der Debütroman eines 25jährigen Autors als Sensation gefeiert und in 18 Länder verkauft wird, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Was macht das Erstlingswerk "Die Altruisten" von Andrew Ridker so lesenswert? "Die Familie Alter wurde von Feuer geplagt", lautet der erste Satz – und schon ist man mittendrin in der Geschichte einer Familie, die von mehr als Feuer geplagt wird und die wie jede unglückliche Familie auf ihre eigene Weise unglücklich ist, um es mit Tolstoi zu sagen.

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Sofort hegt man Sympathie für jedes einzelne Mitglied: Arthur Alter, das schusselige Familienoberhaupt, ein Professor ohne Festanstellung, der den Kontakt zu seinen Kindern früh verloren hat. Der homosexuelle Sohn Ethan ist arbeitslos, sein Leben scheint sich in einer Sackgasse zu befinden. Die wütende Tochter Maggie ist ihrem Vater ähnlicher, als sie wahrhaben will und meint, als einzige das moralisch richtige Leben zu führen. Seitdem die Mutter Francine, eine erfolgreiche Paartherapeutin, an Brustkrebs gestorben ist, fehlt allen der Halt – und Arthur fehlt darüber hinaus das Geld. Seine Frau hatte ihr gesamtes Vermögen an die Kinder vererbt, und nun braucht der mittellose Witwer eine Finanzspritze, um zu Hause wohnen bleiben zu können. Darum lädt er seine Kinder nach zwei Jahren Funkstille ein. Alles soll perfekt sein im Elternhaus, Arthur drapiert Erinnerungsstücke aus der Kindheit, hängt rührselige Bilder auf und denkt angestrengt darüber nach, was seine Kinder gerne essen. Er ahnt nicht, welche starken Gefühle er bei ihnen mit seiner Einladung auslöst, gerade für seinen Sohn sind die Erinnerungen kaum zu ertragen: "Für Ethan waren Zuhause und Demütigung untrennbar miteinander verknüpft." Auch Maggie wühlt die Begegnung auf: "Es gab unzählige Gründe, ihren Vater nicht zu mögen – er geizte mit seinen Gefühlen; er hatte ihre Mutter betrogen; sein Zynismus hatte ihr Leben besudelt wie ein Tropfen Pisse das Wasser in einem Swimmingpool –, doch der schwerwiegendste war, dass es ihm trotz seines geringen elterlichen Engagements gelungen war, ihr Leben zu prägen."


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