Wohl jeder kennt "Don Quijote", den Ritter von der traurigen Gestalt, der gegen Windmühlen kämpfte und sich nach seiner imaginären Geliebten verzehrte. Die übermäßige Lektüre von Ritterromanen hatte dem armen Burschen den Verstand geraubt und ihn zu einer tragischen Figur gemacht. Wie würde ein Don Quijote der Gegenwart aussehen, was würde ihn heute um den Verstand bringen? Kein Geringerer als der Bestseller-Autor Salman Rushdie fühlte sich berufen, über diese Frage nachzudenken und sich davon zu einem Roman inspirieren zu lassen: "Quichotte". Rushdies Quichotte heißt Ismail Smile, er lebt in den USA und ist ein einsamer Handlungsreisender indischer Herkunft. Als Vertreter für einen Pharmakonzern reist er quer durch das Land, um Opioide an Ärzte und Apotheker zu verkaufen. Auch Quichotte ist süchtig, doch er braucht keine Schmerzmittel, um sich zu betäuben. Seine Droge ist das Fernsehen, das er so maßlos konsumiert, dass er den Bezug zur Realität verliert. Dieses Medium, insbesondere die Reality Shows, sind für Salman Rushdie die Ritterromane der Gegenwart, sie vernebeln den Verstand der Menschen und lassen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zerfließen. Auch Rushdies Quichotte ist wie sein 400 Jahre alter Vorgänger besessen von einer Frau, die er jedoch nur aus dem Fernsehen kennt: Die berühmte indischstämmige TV-Moderatorin Selma R. Nachdem Smile in Rente geschickt wurde, begibt er sich auf einen Roadtrip nach New York, um Selmas Herz zu erobern. Er möchte sie mit all seiner Liebe überschütten und macht die unbekannte Moderatorin zur Projektionsfläche seiner Sehnsüchte. Damit wird "Quichotte" zu einem Liebesroman der besonderen Art, in dem Rushdie mit der ihm eigenen Leichtigkeit aktuelle Themen wie den um sich greifenden Rassismus, die Debatte um Fake-News und den Klimawandel verarbeitet, ohne seinen verliebten Helden aus den Augen zu verlieren.


Hier können Sie das Buch direkt bestellen >>