Alles richtig gemacht? Oder ist man im Leben vielleicht falsch abgebogen, haben ehemalige Klassenkameraden es besser getroffen, sind sie heute glücklicher und erfolgreicher?

Diese Frage bewegt wohl jeden spätestens in der Lebensmitte, und so ergeht es auch Thomas Piepenburg, Protagonist in Gregor Sanders neuem Roman "Alles richtig gemacht". Von außen betrachtet hat Thomas es geschafft: Er ist Rechtsanwalt in seiner eigenen Kanzlei und wohnt mit seiner Familie in einer luxuriösen Berliner Stadtvilla, die er zu Wendezeiten günstig erworben hat. Doch gleich zu Beginn wird deutlich, dass diese bürgerliche Fassade zu bröckeln beginnt. Thomas wurde von seiner Frau verlassen, die Töchter sind gleich mit ausgezogen, und ein zwielichtiger Klient droht Ärger zu machen. Mitten in dieser Krise taucht auch noch Daniel auf, Thomas‘ bester Freund aus Schulzeiten.

In Rückblenden nimmt Gregor Sander den Leser mit in die DDR der 80er Jahre, wo die Freundschaft zwischen Daniel und Thomas beginnt. Die beiden Klassenkameraden kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen, die der Ich-Erzähler Thomas rückblickend analysiert: "Meine Eltern taten eigentlich so, als würde es die DDR und ihren Sozialismus gar nicht geben. Was da unten am alten Hafen in den heruntergekommenen Häusern passierte, das ging uns nur etwas an, wenn es bei Kempowski stand." Thomas‘ neuer Freund Daniel wohnt in einem dieser Häuser am Hafen zusammen mit seiner jungen, alleinerziehenden Mutter Christine. Für die bürgerlichen Familien ist sie ein Flittchen, für Thomas wird sie zur Hauptfigur seiner ersten erotischen Phantasien: "Sie roch gut, wie ein Westpaket."

Geschickt verwebt der Autor, der wie seine Figuren in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Chronologisch erzählt er das Erwachsenwerden der Freunde in den 90er Jahren, in denen sie Berlin unsicher machen, sich immer wieder aufs Neue verlieben, mit gefälschter Kunst einen Millionendeal an Land ziehen und besorgt auf die rechtsradikalen Ausschreitungen in ihrer Heimat blicken.


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