Fred Vargas ist eine französische Krimilegende, ihr erstes Buch schrieb sie 1986 und avancierte daraufhin schnell zur Bestsellerautorin. Der Pariser Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg ist ihr ganz persönlicher Held, auch wenn er auf den ersten Blick eher wie ein Anti-Held wirkt und alle Klischees verweigert. Das systematische Denken liegt ihm nicht, dafür ist er mit einer starken Intuition ausgestattet, die ihm hilft, Zusammenhänge zu erkennen, wo andere keine sehen. Mit der modernen Technik steht er auf Kriegsfuß, und oft wirkt er verwirrt und abwesend. Sein besonderes Talent ist das "Wolken schaufeln", so beschreibt seine Schöpferin den Zustand, in den er verfällt, wenn er gar nicht mehr weiter weiß. So geht es ihm auch zu Beginn von Vargas‘ neuem Roman "Das barmherzige Fallbeil". Innerhalb einer Woche hat es Adamsberg mit zwei angeblichen Selbstmorden zu tun. Eine Mathematiklehrerin und ein reicher Schlossherr werden tot aufgefunden, und zunächst deutet nichts darauf hin, dass sie unfreiwillig aus dem Leben geschieden sind. Doch irgendetwas stört Adamsberg, er kann diese Fälle nicht einfach zu den Akten legen. (Abgesehen davon steht er auch mit Akten auf Kriegsfuß.) Adamsberg entdeckt in der Nähe der beiden Toten eine merkwürdige Zeichnung, die an eine Guillotine erinnert – was soll das bedeuten? Warum wollte die Lehrerin mit letzter Kraft einen Brief an den Sohn des anderen Toten zum Briefkasten bringen? Was geschah auf der Island-Reise, die die beiden vor zehn Jahren gemeinsam unternommen haben? Und was hat es mit dem Geheimbund auf sich, der die Sitzungen in der Nationalversammlung nach der französischen Revolution originalgetreu nachspielt und dem sie beide angehörten? Nicht nur der Kommissar steht vor vielen Rätseln, sondern auch sein Stellvertreter Adrien Danglard, der mit seinem lexikalischen Wissen und seiner analytischen Denkweise Licht in Adamsbergs diffuse Spekulationen bringen muss.