An seinen ersten großen Auftritt auf dem Burg-Waldeck-Festival 1966 erinnert Wader sich, als sei es gestern gewesen. Aufgeregt und viel zu schnell habe er damals seine Lieder heruntergesungen und gar nicht begriffen, dass die Menge ihm begeistert zujubelte: "Ich bin wie betäubt, werde von einem Gefühl der Panik erfasst, wie ich es noch nie erlebt habe. In das laute Rauschen des Blues in meinen Ohren mischen sich jetzt die schrillen Pfiffe aus dem Publikums und das Johlen aus dreitausend Kehlen klingt für mich mehr nach ‚kreuziget ihn‘ als nach Zustimmung." Waders Selbstzweifel begleiten ihn wie seine Träume, er kann nicht glauben, dass dieser Auftritt sein Durchbruch ist und er plötzlich von Franz-Josef Degenhardt, Knut Kiesewetter und Reinhard Mey als einer der ihren angesehen wird.


Waders Leben, sein Handeln und seine Musik bilden eine Einheit, die auch sein Publikum immer gefühlt hat.

In der Autobiographie unterbrechen immer wieder Waders Liedtexte die Erzählung, und machen auf geniale Weise deutlich, dass das eine ohne das andere nicht zu denken wäre. Waders Leben, sein Handeln und seine Musik bilden eine Einheit, die auch sein Publikum immer gefühlt hat. Das macht Waders Lebensgeschichte zu einer großen Chronik über sieben Jahrzehnte Aufstiegsgeschichte der Bundesrepublik, 68er-Bewegung und Deutscher Herbst, Solidarität mit den Arbeitern und der Kampf für eine gerechtere Welt, die Friedensbewegung, die Wiedervereinigung. Wader-Lieder handeln von allen Höhen und Tiefen des Lebens, derselbe Sound zeichnet Waders Buch aus. Der legendäre Songwriter lässt dabei nichts aus, weder Beziehungsprobleme noch Süchte, nicht den Kampf für seine politischen Ideale noch die schmerzliche Erkenntnis, dass einige davon sich als Illusionen entpuppten. All das macht "Trotz alledem" zu einem so persönlichen wie packenden Zeitzeugnis, das zeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Utopien treu zu bleiben  – trotz alledem.


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