Der Theologe Martin Niemöller ist vielen als Widerstandskämpfer bekannt, der sich später als Pazifist in der Bundesrepublik Deutschland einen Namen machte. Schließlich war er sieben Jahre lang als "persönlicher Gefangener" von Adolf Hitler in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau inhaftiert und sprach sich nach dem Krieg als stellvertretender Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland aus. So entstand das Bild eines aufrechten Widerstandskämpfers und Protestanten, der die Deutschen unablässig dazu aufforderte, sich ihrer Schuld an den Verbrechen der Nationalsozialisten bewusst zu sein.

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Doch wie viel Mitschuld trug er selbst? Und wer war dieser Martin Niemöller wirklich, der Zeit seines langen Lebens nicht müde wurde, sich einzumischen? Benjamin Ziemann, Professor für Neuere deutsche Geschichte an der University of Sheffield und Fellow der Royal Historical Society, beschreibt in seiner Biographie "Martin Niemöller. Ein Leben in Opposition" als Erster sämtliche Aspekte dieses bewegten Lebens. Nicht alle Stationen des berühmten Theologen passen in das Bild vom Widerstandskämpfer, und Ziemann nimmt den Leser mit auf eine Reise, die im Deutschen Kaiserreich beginnt. Martin Niemöller wird 1892 geboren, er wächst in einem strengem Pfarrhaus auf und hat zunächst nur ein Ziel: Er will Marineoffizier werden. So kämpft der spätere Pazifist als Erster Offizier auf hoher See und entschließt sich erst nach dem Ersten Weltkrieg, Theologie zu studieren.

Während des Studiums engagiert sich Niemöller in rechtsradikalen und antisemitischen Parteien und Verbindungen, er wählt ab 1924 die NSDAP und begrüßt die Machtergreifung Hitlers.


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