Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ist eine der größten Kunsthochschulen Europas. Letzten Sommer hat sie ihren neuen Standort in Zürich-West bezogen, das Toni-Areal, und vereint nun alle Disziplinen unter einem Dach: Design, Film, Kunst, Medien, Musik, Tanz, Theater und Vermittlung der Künste. Für Lehre und Forschung sind das optimale Voraussetzungen. Die Forschung an der international vernetzten ZHdK zeichnet sich durch ihren einzigartigen Zugang zu ihren Untersuchungsgegenständen aus.  Wissenschaftlerinnen und Künstler arbeiten in den Forschungsprojekten Hand in Hand, oft auch in Kooperation mit externen Partnern, die ein spezifisches wissenschaftliches oder praktisches Know-how mitbringen. Ein Beispiel für eine solche Zusammenarbeit ist "Analog/Digital". Dieses Projekt untersucht, wie die Art der Filmaufnahme und -vorführung –analog oder digital – die Wahrnehmung der Zuschauerin oder des Zuschauers beeinflusst. Dazu arbeiten ZHdK-Forscher mit externen Neurowissenschaftlerinnen und Psychologen zusammen. Andere Forschungsprojekte wie das interaktive "Immersive Lab" haben das Ziel, ganz neue Erfahrungen zu generieren: Aus Wechselwirkungen von Klängen, Farben, Mustern und in Reaktion auf die Bewegungen des Akteurs entsteht durch komplexe Computerprogramme ein neues, unvorhersehbares installatives Kunstwerk. Das spielerische Moment von Forschung wird  dabei genauso zum Thema wie die Determiniertheit von Technik. Über den Charakter und die Notwendigkeit von künstlerischer Forschung sagt Prof. Dr. Dieter Mersch, Vorsitzender der Forschungskommission und Leiter des Instituts für Theorie an der ZHdK: "Den Künsten wohnt eine eigene Art zu denken inne, sie haben eine spezifische Kultur der Reflexion ausgebildet, die sich von den Wissenschaften radikal unterscheidet. Es wäre ein Widerspruch, wenn man den diskursiv orientierten Universitäten die Behandlung  solcher nicht diskursiven Formen des Denkens überließe. Diese besondere Form eines ästhetischen oder künstlerischen Wissens ist ein unverzichtbarer Teil aller kulturellen Wissensordnungen." Die Forschung profitiert an der ZHdK davon, Teil eines lebendigen Bildungs- und Kulturzentrums zu sein. Im Toni- Areal finden jährlich rund 600 öffentliche Veranstaltungen statt. "Kreativität", so Dieter Mersch weiter, "braucht sehr viel Input, und zwar sehr heterogene Impulse, die gerade nicht auf konkrete Zwecke gerichtet sind, sondern die inspirieren und den Blick von der Seite erproben." Das Toni- Areal soll den Forschenden an der ZHdK in diesem Sinne Bühne,  Experimentierfeld, Elfenbeinturm und Verbindung nach außen zugleich sein. Ausgangspunkte der Forschung an der ZHdK sind die Institute. Diese unterstützen die Forschungsaktivitäten der gesamten Hochschule und lassen die Forschung in die kooperativen Doktorats- und Postgraduiertenprogramme einfließen. Finanziert werden die Projekte vorwiegend über Drittmittel von nationalen  Institutionen wie dem Schweizerischen Nationalfonds SNF und der Kommission für Technologie und Innovation KTI, von privaten Stiftungen oder der EU. Daneben spielen Kooperationen mit Universitäten, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, Fachhochschulen, anderen Forschungseinrichtungen und mit Wirtschaftspartnern eine wichtige Rolle. Weitere Projekte werden über  Eigenmittel der ZHdK finanziert.