Laut OECD verdreifacht sich das weltweite Frachtvolumen bis 2050 und steigert den CO2- Ausstoß um 160 Prozent. Nachhaltiger Güterverkehr erfordert daher umfassende Forschungen zu Verbrennungsmotoren, um die Effizienz von Nutzfahrzeugen aller Art zu erhöhen und Emissionen zu senken. "Während Elektromobilität für Transporte im Citybereich Sinn macht, spielt der Verbrennungsmotor beim Gütertransport auch in den nächsten Jahrzehnten eine maßgebliche Rolle", so Prof. Dr. Andreas Wimmer, Leiter des Large Engines Competence Center (LEC), weltweit führendes Forschungszentrum an der TU Graz. "Ein Liter Kraftstoff liefert zehn Kilowattstunden – das schafft kein anderes Antriebssystem. Für leistungsstarke E-Mobilität fehlen zudem geeignete Speichersysteme."

Auf den Schiffstransport entfallen nicht nur die meisten Frachttransportkilometer. Schiffdiesel ist eine große Schadstoffquelle, sein hoher Schwefelgehalt soll daher ab 2020 von 3,5 auf 0,5 Prozent gesenkt werden. "Durch künftige Gesetzesänderungen werden Zero-Impact-Antriebe immens an Bedeutung gewinnen", ist Prof. Dr. Wimmer überzeugt. Forschungen für emissionsfreien Schiffsantrieb setzen auf synthetische Treibstoffe: Mit erneuerbaren Energien wird Wasserstoff gewonnen und Methanol zur Betankung erzeugt. Dafür notwendiges CO2 wird vor der Verbrennung abgespalten und im Kreislauf genutzt, der Motor mit Wasserstoff betrieben. Auch für LKW werden synthetische Treibstoffe immer wichtiger, dazu unterstützen Assistenzsysteme umweltschonendes Fahren. "Der Schlüssel", so Prof. Dr. Wimmer, "ist immer das Gesamtsystem von der Erzeugung des Kraftstoffs bis zur Umsetzung."

Als Beitrag zur Kraftwerkstechnologie hat das LEC in Kooperation mit GE Jenbacher 9,5-MW-Gasmotoren entwickelt, von denen 20 das Küstenkraftwerk K.I.E.L betreiben werden. Effizient, nachhaltig und flexibel genug, um Leistungsschwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen, ist es ein wichtiger Baustein der Energiewende.

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