"Durch zunehmende Niederschlagsextreme ›rauscht‹ das Wasser unter bestimmten Bedingungen schneller in die Tiefe" erklärt Prof. Dr. Kirsten Küsel von der Universität Jena. "Klimaveränderungen können aber nicht nur das Grundwasser, sondern auch darin versteckte Lebensgemeinschaften beeinflussen. Wie sich Bodennutzung, Düngung oder Pestizide auswirken, wird ja auch öffentlich immer stärker diskutiert." Dieses Zusammenspiel von Oberflächeneinflüssen und Grundwasser, welche Organismen, Gase, Partikel und Substanzen das Grundwasser enthält und wie und warum diese sich verändern, wird im Sonderforschungsbereich (SFB) AquaDiva mit einem Team von Hydrogeologen, Biologen, Virenforschern, Physikern, Chemikern und Informatikern untersucht. Dazu hat der SFB in Thüringen eine Forschungsplattform eingerichtet, das Hainich Critical Zone Exploratory (CZE).

"Wir sehen nahezu alles", erklärt Küsel. "Wir können nicht nur chemische Stoffe nachweisen, sondern auch feststellen, welche Bakterien und Viren sich im Boden, Wasser und Gestein befinden, wie sie sich ernähren und wie lange sie dort leben". Das 12 km² große CZE umfasst ein Grundwassersystem in Kalkund Mergelgestein mit verschiedener Bodennutzung – wie Wald, Ackerbau und Weideland. "Dieses weltweit einmalige Freilandlabor erlaubt detaillierte Untersuchungen der Biogeochemie und Ökologie von Grundwasserkörpern und liefert damit wichtige Erkenntnisse über dieses verborgene Ökosystem. Es hilft bei der Suche nach Lösungsansätzen, wie auch künftig eine hohe Grundwasserqualität sichergestellt werden kann", erklärt Prof. Dr. Kai Uwe Totsche von der Universität Jena.

Das CZE wird nicht nur von Wissenschaftlern und Studierenden der Universität genutzt, sondern ist Teil eines internationalen Netzwerks von Critical- Zone-Observatorien – und auf dem Weg, eine der international führenden Forschungsplattformen zu werden.


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