Das letzte hier vorgestellte Forschungsprojekt im Rahmen von InfectControl 2020 befasst sich mit Meta-Omics-Analysen systemischer Effekte antiinfektiver Substanzen. In dem vom Friedrich-Loeffler-Institut koordinierten Projekt arbeiten Forscher des FLIs aus Jena mit dem Institut für Mikrobiologie der Universität Greifswald zusammen.

Bei der Entwicklung neuer antimikrobieller Substanzen sind deren Auswirkungen sowohl auf die zu bekämpfenden Krankheitserreger wie auch auf die bakteriellen Bewohner des Darmes nur wenig bekannt. Neben einer Veränderung der Darmflora, die über die Verträglichkeit eines Antibiotikums mitentscheidet, ist auch die durch Antibiotika hervorgerufene Aktivierung von Virulenz- bzw. Resistenzfaktoren pathogener und kommensaler Organismen im Darm ein sehr wichtiger Aspekt.

MOASES hat sich zum Ziel gesetzt, diese Fragen unter Anwendung von umfassenden Transkriptom- und Proteomanalysen zu beantworten. Hierbei sollen ein Tiermodell, zwei repräsentative human- und tierpathogene Modellkeime eingesetzt werden. Zum einen ist das Clostridium difficile, der die häufigste Ursache nosokomialer Infektionen darstellt und Salmonella enterica, die zweithäufigste Quelle von Lebensmittelkontaminationen bei den Bakterien. Hinzu kommen zwei neue natürliche Wirkstoffe.

Ein Schwerpunkt von MOASES ist die Untersuchung systemischer Effekte der beiden antimikrobiellen Substanzen mittels (Meta)Omics-Technologien unter Einbeziehung des humannahen, landwirtschaftlich bedeutsamen und am FLI gut etablierten Großtiermodells Schwein. Hier soll nach Fütterung antimikrobieller Wirkstoffe das Darmmikrobiom von Ferkeln unter anderem auf seine phylogenetische, das heißt, stammesgeschichtliche Zusammensetzung und seine Funktionalität hin untersucht werden.

Ein weiterer Fokus von MOASES liegt auf der Analyse der globalen Effekte der beiden neuen antibakteriellen Naturstoffe auf die Expressionsprofile, das heißt, die Ausprägung verschiedener Eigenschaften der beiden ausgewählten Pathogenen im Vergleich zu den in der Tier- und Humanmedizin häufig eingesetzten Antibiotika Clarithromycin und Tetracyclin; dabei sind auch Rückschlüsse auf den Wirkmechanismus der neuen Substanzen zu erwarten.


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