Nach einer Magenbypass-Operation erscheinen Teile des Großhirns in weitgehend roter Färbung. Das kennzeichnet eine höhere Ausschüttung des Glückshormons Dopamin nach der Nahrungsaufnahme (mittlere Bildleiste) im gegensätzlichen Vergleich zu Adipositas oder nach einer Diät (linke und rechte Bildleiste). © Wiebke Fenske

Die Magen-Bypass-Operation gehört zu den erfolgsreichsten Maßnahmen unter den chirurgischen Therapien gegen Adipositas, um das Gewicht von Patienten dauerhaft zu reduzieren. Hierbei wird der Magen verkleinert und der Darm chirurgisch manipuliert, um die Nahrungszufuhr zu reduzieren. Der Gewichtsverlust nach der Operation ist oft größer als man durch die verringerten Mahlzeiten erwarten würde. Zudem berichten viele Patienten von einem veränderten Appetit auf Lebensmittel mit weniger Fettgehalt. Wie es dazu kommt, konnten sich die behandelnden Ärzte und Wissenschaftler nicht erklären.

Forscher aus der Nachwuchsgruppe von Dr. Wiebke Fenske vom IFB AdipositasErkrankungen konnten nun erstmals im Kleintiermodell einen verantwortlichen Mechanismus aufzeigen. Er erklärt, warum Veränderungen im Darm zu weniger Appetit auf fetthaltige Nahrung führen. "Verantwortlich dafür ist das Molekül Oleoylethanolamid, kurz OEA. Die Aktivierung dieses Moleküls im Darm erfolgt durch Fettzufuhr mit der Nahrung und sendet Sättigungssignale an das Gehirn in Abhängigkeit des zugeführten Fettgehalts", erklärt Dr. Wiebke Fenske. Nach der Operation wurde dieses Molekül bereits nach geringer Fettzufuhr in deutlich höherer Menge vom Darm produziert.