Forscher der Kinder-Studie LIFE Child haben dazu die Leipziger Bevölkerung "vermessen". "Wir haben uns den sozioökonomischen Status, also die Einkommen in den Leipziger Stadtteilen angesehen und ihn mit der Rate übergewichtiger Kinder in den Stadtteilen abgeglichen", erläutert Prof. Dr. Wieland Kiess, Professor für Pädiatrie der Universität Leipzig und zugleich wissenschaftlicher Leiter von LIFE Child. Bei dem Abgleich fanden die Wissenschaftler heraus, dass in den ärmsten Leipziger Stadtteilen zugleich die meisten übergewichtigen Kinder leben. "Das bedeutet, dass Einkommen und Bildung der Familien und das kindliche Gewicht in Zusammenhang stehen", so Kiess.

Für die LIFE Child-Kohorte hat Kiess und sein Team aktuell fast 4.000 Kinder und 700 Schwangere untersucht. Ziel der LIFE-Studie ist es, die Ursachen von Zivilisationserkrankungen am Beispiel der Leipziger Bevölkerung zu untersuchen. Während der Laufzeit der Sächsischen Landesexzellenzinitiative von 2009 bis März 2015 wurden rund 10.000 Erwachsene (ADULT-Studie) und 3.500 Kinder (CHILD-Studie) sowie etwa 8.000 Erkrankte (LIFE-Heart-Studie) in das Gesamtprojekt aufgenommen. Insgesamt über eine Million humane Proben wurden untersucht und etwa zehn Millionen Datensätze für wissenschaftliche Auswertungen verarbeitet. Untersucht wird das komplexe Zusammenspiel von individueller Lebensführung, Umwelteinflüssen, Stoffwechsel und genetischen Faktoren. Im Mittelpunkt der Forschungen stehen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Übergewicht, Diabetes, Allergien, aber auch neuropsychiatrische Störungen wie Demenz und Depression und bestimmte lebensstilassozierte Tumorerkrankungen.