Der hellenische Tourismus hat für fast jedes Interesse etwas zu bieten. Mittendrin begeistert Athen als Mekka der jungen Kreativszene.

Athen, die vielbesungene Wiege der Antike: In den Tempeln der Akropolis wurde einst der Tochter des Zeus gehuldigt, auf der Agora die Demokratie erfunden. Ruinen und Ausgrabungsstätten erinnern an den kulturellen Reichtum dieser Zeit und machen den Besuch zur visuell aufregenden Geschichtsstunde. Die Vier-Millonen-Metropole ist jedoch mehr als nur ein Monument des Altertums – sie ist auch Bühne pulsierender Gegenwart. Dafür sorgen die jungen Szeneviertel, die oft nur wenige Steinwürfe vom Postkarten-Athen mit seinen typischen Sehenswürdigkeiten entfernt sind. In diesen Hot Spots  begegnen Künstler und Studenten den der Krise geschuldeten Entbehrungen mit hemdsärmeliger Aufbruchsstimmung und Kreativität.

Der Stadtteil Exarchia, zum Beispiel. Unweit vom Archäologischen Nationalmuseum gelegen, hat er sich zu einem Tummelplatz von Street-Art-Künstlern entwickelt. In ihren Graffiti drücken die Sprayer ihre Ängste und Hoffnungen aus – politische Protestnoten sind ebenso darunter wie farbenprächtige Fantasiegemälde. Die Straßenzüge gleichen Open-Air-Ausstellungen. Im selben Viertel kann man auch den Navarino-Park bestaunen, ein selbstverwaltetes Urban-Gardening-Gelände. Auf einer großflächigen Brache haben Freizeitgärtner hier erst kürzlich eigenmächtig den Beton aufgerissen, um Bäume und Sträucher zu pflanzen. Ein Hauch von Anarchie mitten in der Großstadt.

Auch im früheren Arbeiterviertel Gazi ist aus urbaner Ödnis neues Leben erwacht: Hier hat sich das Gelände des alten Gaswerks in ein Dorado für Schöngeister und Nachtschwärmer verwandelt. In den stillgelegten Industriegemäuern haben Künstler ihre Installationen aufgebaut. Hin und wieder veranstalten Kreative, darunter auch Modedesigner und Kunsthandwerker, auf dem Gelände einen Flohmarkt, wo sie ihre Accessoires feilbieten. Im Schatten der Schlote verführen einige Bars, Restaurants und Clubs zum Bleiben – unter ihnen das"Gazarte", in dem man auf mehreren Ebenen essen, trinken, zu Livemusik tanzen und Filme anschauen kann, und das vor allem bei den Twens und Thirtysomethings der Stadt beliebt ist.

Kunst- und Ausgeh-Szene kreuzen sich auch im Multikulti-Stadtteil Metaxourgio. Einerseits residiert hier in einer ehemaligen Eiscreme-Fabrik die Galerie "The Breeder", berüchtigt für ihre experimentierfreudigen  Ausstellungen. Andererseits gibt es ein paar Häuserblöcke weiter Bars wie das "Nixon", ein Treff der Bonvivants, dessen Kronleuchter und dunkelrote Wände an das Set eines  David-Lynch-Films erinnern. Wer hier spätabends an die frische Luft geht, kann die Gelegenheit nutzen und einen Blick auf die erleuchtete Akropolis werfen. Die antike Kultstätte ist nicht einmal einen Kilometer entfernt. In Athen liegen Gestern und Heute nun einmal nah beieinander.

Mehr Informationen finden sich hier:

http://wikitravel.org/de/Athen 

http://www.visitgreece.gr/en/main_cities/athens