Wer den Peloponnes bereist, jene Halbinsel im Süden Griechenlands, die nur durch eine sieben Kilometer breite Landbrücke mit dem Mutterland verbunden ist, fühlt sich ein wenig wie Indiana Jones – so viele archäologische Fundstellen sammeln sich dort. Überbleibsel von Tempeln und Palästen, Grabstätten und Heiligtümern lassen den Trip zu einer Expedition auf den Spuren des Altertums werden. Kein Wunder: Der Peloponnes war unter anderem einmal das geokulturelle Zentrum der mykenischen Periode. Diese erste Hochkulturphase auf dem  europäischen Festland hatte ihre Blüte im zweiten Jahrtausend vor Christus. Die schillernde Errungenschaft dieser Glanzzeit: pompöser Götterkult.

In Mykene soll Agamemnon geherrscht haben, der die Griechen in den Krieg gegen die Trojaner führte. Meterdicke Mauern, im mythischen Gedächtnis von Zyklopen errichtet, den einäugigen Riesen der Unterwelt, umgeben die Stadt noch heute. Auf einem Berg türmen sich Bruchstücke des königlichen Palastes. Unter den Steinformationen haben Wissenschaftler das königliche Badezimmer entdeckt – in der blutrünstigen Sagenüberlieferung jener Ort, an dem Agamemnon nach seiner Rückkehr aus Troja von seiner Frau Klytaimnestra und ihrem Geliebten Aigisthos erdolcht wurde.

In Olympia kann man ebenfalls antike Feldforschung betreiben. Hier ragen die Säulen des Zeustempels wie Kreidestifte in den mediterranen Himmel – sie bilden die berühmte Ruine eines Meisterwerks frühklassischer Architektur. Während der olympischen Wettkämpfe wurden hier Rinder geopfert und anschließend feierlich verschmaust. Den olympischen Geist inhaliert man am besten im teils wiederhergerichteten Stadion, einst Arena der historischen Spiele – indem man sich zum Beispiel auf der Laufbahn die Usain Bolts der Antike beim Schluss-Sprint ausmalt. Wer die tiefenentspannte Seite der Antike entdecken will, sollte nach Epidauros aufbrechen.

Hier stand seinerzeit der bekannteste Kurort der Alten Welt: die Kultstätte für Asklepios, den Gott der Heilkunst, von dessen Wirkmacht die Griechen sich Genesung erhofften. Die Tempelreste liegen verstreut in einer sanften Hügellandschaft. Strahlender Stolz von Epidauros ist jedoch das etwa 2500 Jahre alte Theater, dessen halbkreisförmige Tribüne sich an einen Hang schmiegt. Heute ist es der Spielort des Festivals von Epidauros, das schon Placido Domingo und Luciano Pavarotti auf seiner Programmliste führte. In diesem Sommer sollen hier Dramen von Euripides und Sophokles aufgeführt werden. So bleibt das antike Griechenland lebendig.   

Mehr Informationen: 

http://wikitravel.org/de/Peloponnes

http://www.visitgreece.gr/en/destinations/peloponnese