Der Helmut Schmidt Journalistenpreis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für journalistische Arbeiten im deutschsprachigen Raum. Helmut Schmidt hat einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet, dass dieser Preis für hervorragende Beiträge zum Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherjournalismus den Ruf erlangt hat, den er heute genießt. Als die Bank ihn 1995 darum bat, die Namenspatenschaft für den von der ING-DiBa gestifteten Preis zu übernehmen, war Helmut Schmidt nicht direkt Feuer und Flamme.

Sein Parteifreund und Gründer der Bank, Georg Leber, konnte ihn schließlich überzeugen. Sein Zögern mag nicht überraschen – war und ist doch Helmut Schmidts Verhältnis zu Journalisten bekanntermaßen nicht eben einfach.

Auch ein bisschen Journalist

Wenngleich der Alt-Bundeskanzler bis heute nicht mit Kritik an Journalisten spart, stellt er auch ebenso beharrlich den hohen Wert des Journalismus für eine funktionierende Gesellschaft heraus und ist nicht zuletzt seit 1983 selbst für die ZEIT als Herausgeber und Publizist tätig.

Informieren, Aufklären, Erklären – dies sind in Schmidts Augen unabdingbare Aufgaben der Medien in einer Welt, die für die Bürger ohne Vermittler nicht mehr zu durchschauen wäre: "Wir brauchen Journalisten, welche die Hintergründe transparent machen und zugleich für jeden verständlich formulieren können. Die Zielsetzung des Journalistenpreises entspricht meiner Vorstellung von einem Wirtschaftsjournalismus, der dem Bürger Urteilskraft über ökonomische Themen verschafft."

Mit wenigen Ausnahmen hat es sich der Alt-Bundeskanzler in den vergangenen zwei Jahrzehnten denn auch nicht nehmen lassen, bei den Preisverleihungen anwesend zu sein, den Preisträgern persönlich zu ihrer Leistung zu gratulieren und den geladenen Gästen im Gespräch mit journalistischen Größen wie Ulrich Wickert, Giovanni di Lorenzo oder Kurt Kister ein "Best of Schmidt" zu bieten.

Auswahl der Besten

Einen gewichtigen Anteil daran, dass der Preis hält, was sein Name verspricht, hat die Jury: Ihr kommt die wichtige Aufgabe zu, jedes Jahr unter den vielen sehr guten Beiträgen die besten zu wählen. Als ehemaliger Preisträger und Jurymitglied schätzt Hans Leyendecker, "Süddeutsche Zeitung", die Juryarbeit außerordentlich: "Einen guten Journalistenpreis, bei dem sich die Geehrten geehrt fühlen können, macht tatsächlich auch die Jury aus. Wenn in diesem Gremium viele Journalisten sitzen, die sich um ernsthaften, ergebnisoffenen Austausch bemühen, gewinnt ein solcher Preis auch dadurch an Bedeutung."

Und schließlich sind es die Ausgezeichneten selbst, die für die Qualität des Preises stehen. Gabor Steingart, Ranga Yogeshwar oder Stefan Aust zählen unter anderen zum Kreis derer, die in den vergangenen 20 Jahren mit dem Helmut Schmidt Journalistenpreis geehrt wurden. Sie spiegeln zugleich die Vielfalt wider, die exzellenten Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus auszeichnet.

Vielfalt und Unabhängigkeit sind zwei Kriterien, die der ING-DiBa, Deutschlands drittgrößter Privatkundenbank und Stifterin des Helmut Schmidt Journalistenpreises, am Herzen liegen. "Wer kritischen Journalismus fördern möchte, muss sich auch der Kritik an der eigenen Branche stellen", betont Roland Boekhout, Vorstandsvorsitzender der ING-DiBa.

100 Seiten zum Jubiläum

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums hat die ING-DiBa in Kooperation mit dem ZEIT Verlag ein Buch herausgegeben. "Vom Umgang mit der Wahrheit" beleuchtet den Preis über die vergangenen zwei Jahrzehnte aus verschiedenen Blickwinkeln: Gespräche mit Helmut Schmidt, Interviews mit der hochkarätig besetzten Jury und ausgewählten Preisträgern geben interessante Einblicke hinter die Kulissen des Medien- und Politikbetriebs.

Daneben beschäftigt sich das Buch auch mit konkreten Fragen für die weitere Entwicklung des Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus: Was bedeutet guter Verbraucherjournalismus aus Sicht von Top-Journalisten? Und wissenschaftlich betrachtet: Was erwarten die Leser von den Medien? Das Buch ist im ZEIT SHOP erhältlich.


Werfen Sie einen Blick zurück auf 20 Jahre Helmut Schmidt Journalistenpreis.