Als Aki Dadi die ersten Setzlinge seiner Kaffeepflanzen in die Erde seiner Plantage brachte, hoffte der indonesische Bauer auf ein beständiges Einkommen durch den Anbau. Die Schwankungen der regionalen Wirtschaft bedrohen die Bauernfamilien immer wieder in ihrer Existenz. Die Rechnung mit dem Kaffee ist einfach: Zwei Jahre musste Dadi auf die erste Kaffeeernte warten. Der Kaffee versprach stabile Preise und sollte von der ersten Ernte an die Lebensgrundlage sein. Heute kann Dadi sagen, dass seine Rechnung aufgegangen ist. Das liegt auch daran, dass er sich einer Kooperative angeschlossen hat. Er ist Vorsitzender einer Gemeinschaft, die 183 Mitglieder hat. Sein hochwertiger Arabica-Kaffee ist auf dem Weltmarkt sehr gefragt – dahinter steckt ein einzigartiges und aufwendiges Verfahren. Doch nicht bei allen indonesischen Kaffeebauern geht die Rechnung auf.

Herausforderungen beim Kaffeeanbau

Schuld daran: Der Klimawandel, aber auch menschengemachte Probleme. Die Bevölkerung in Indonesien wächst schnell und fruchtbares Land ist begehrt. Das führt dazu, dass gerade bei Bäuerinnen und Bauern mit sehr niedrigen Einkommen ein ökologisches Bewusstsein kaum ausgeprägt ist. Im Gegenteil: Abholzung führt zu Erosion und die ausgelaugten Böden zu schlechten Ernten. Dazu kommt, dass sich die indonesischen Kleinbauern den Kaffeeanbau selbst beibringen und es dabei immer wieder zu vermeidbaren Anfängerfehlern kommt, wie José Henao, Nespresso-Qualitätsmanager für Indonesien, weiß.

José Henao, Nespresso-Qualitätsmanager für Indonesien

Der Kolumbianer kennt sich mit Kaffee aus wie kaum jemand. Er bringt den indonesischen Bäuerinnen und Bauern den nachhaltigen Anbau bei, um sowohl die Qualität als auch die Qualität der geernteten Bohnen zu steigern. "Du musst das ganze Jahr vor Ort präsent sein und bereit sein, jederzeit einzugreifen, um Rat und Lösungen anzubieten", erzählt Henao. Deshalb hat sich Nespresso für das AAA Sustainable Quality™ Program mit der Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance zusammengetan, um nicht nur außergewöhnlichen Kaffee zu produzieren, sondern auch mit Blick auf die Umwelt die ökologische und ökonomische Lebensgrundlage sowie das Wohl der Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern zu sichern. "Gemeinsam können wir hier in den Dorfgemeinschaften viel bewirken", sagt Henao.

Die Gemeinschaft im Mittelpunkt

Im Juli 2017 wurde in der Provinz Aceh eine Fairtrade-Kooperative gegründet, die von Anfang an mit Nespressos AAA Sustainable Quality™ Program zusammenarbeitet. Hier lässt sich gut nachvollziehen, wie sich der Einsatz von Nespresso auf der Gemeinschaftsebene auszahlt. Die Mitglieder der Kooperative haben etwa Zugang zu Schulungen über nachhaltige Landwirtschaft oder zu erschwinglichem Material und Ausrüstung. José Henao erklärt in den Schulungen immer wieder die Grundlagen, damit sich das Wissen innerhalb der Gemeinschaften verfestigt. Zudem sieht die Kooperative vor, dass alle Mitglieder bei der Ernte auf den Plantagen helfen und sich auch sonst gegenseitig unterstützen. Der Zusammenarbeit von Nespresso und Fairtrade sind zudem zwei Initiativen entsprungen, die den Bauern finanzielle Hilfestellung leisten sollen, eine Rentenkasse sowie ein Pilotprogramm für eine Ernteausfallversicherung.

In einer Gemeinschaftsmühle verarbeiten die Bäuerinnen und Bauern die Bohnen weiter zu dem weltweit bekannten Spitzenkaffee. Grund für den einmaligen Geschmack ist die sogenannte "Wet-hulled" Methode. Die Farmer entfernen dabei das Fruchtfleisch der Kaffeebohnen aufgrund des feuchten Klimas bereits vor der Trocknung. Anschließend entfernen sie die Pergamenthaut, wenn der Kaffee weich und feucht ist. So können Sonne und Wärme direkt in die grünen Bohnen eindringen und den Kaffee schneller trocknen. Diese Methode ist einzigartig und erzeugt den klassischen, indonesischen Geschmack – samtig dick, aromatisch mit Noten von geräucherten Tabakblättern. Durch diese Erntemethode hat die Kooperative dazu beigetragen, den einen für die Region typischen Kaffee, den Master Origin Indonesia, zu schaffen.

Gegenseitiges Vertrauen

Von dieser Qualität profitieren auch die Farmer. Aki Dadi bekommt, wie die anderen Bauern im AAA-Programm, trotz der Preisschwankungen am Kaffeemarkt mehr als den durchschnittlichen Marktpreis für Kaffee. Von dem Betrag, den er vom Zwischenhändler erhält, gehen fünfzehn Prozent an Steuern an den Staat und zehn Prozent an die Kooperative für den Ausbau und den Erhalt der Mühlen und der Lager, aber auch für Schulen und Moscheen. Mit einem Nettomonatslohn von 560 Euro liegt Dadi laut Zahlen der Weltbank weit über dem durchschnittlichen Lohn von rund 250 Euro im Monat.

Manu Jindal, Sustainability Project Manager bei Nespresso

Doch obwohl die Mitglieder der Kooperative mit einem guten Preis für ihren Kaffee rechnen können, haben auch sie mitunter wirtschaftliche Schwierigkeiten. Denn die Klimaschwankungen in Südostasien machen auch vor dem Kaffeeanbau nicht halt. Im Jahr 2017 hatten die kleinen Farmer mit großen Ernteausfällen zu kämpfen und nicht wenige waren dadurch in ihrer Existenz bedroht. "Vor allem 2017 war mit dem Totalausfall der Ernte sehr schwer", erzählt Manu Jindal, Sustainability Project Manager bei Nespresso. "Es war extrem wichtig, bei den Leuten zu bleiben, mit ihnen Kontakt zu halten und zu zeigen, dass sie weiterhin auf uns als Abnehmer zählen können."

Nespresso stand also auch im folgenden Jahr, das sehr gute Erträge brachte, an der Seite seiner Produzenten. Wenn sich die Bäuerinnen und Bauern auf einen großen Partner als Abnehmer verlassen können, profitieren beide Seiten von der Planungssicherheit. Dazu zählt auch, dass die Bäuerinnen und Bauern konstant nachhaltige Landwirtschaft betreiben können – ohne panisch auf schlechte Ernten reagieren zu müssen. "Die Zusammenarbeit mit der Kooperative hat für die Kaffeegemeinschaften einen langfristigen positiven Effekt", so Jindal. Das Gefühl von Sicherheit steht dabei an erster Stelle: "Es geht hier vor allem um finanzielle Sicherheit, aber auch um Würde." Auch für Nespresso ist die Rechnung daher einfach: Nur, wenn es den Produzenten gut geht, läuft auch der Handel mit dem Kaffee gut. Um auch in Zukunft qualitativ hochwertigen Kaffee von den indonesischen Landwirten beziehen zu können, setzt sich Nespresso für einen nachhaltigen Kaffeeanbau ein.

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