Die meisten hätten gern selbst viel davon - und dennoch fällt es ihnen schwer, sie anderen zuzugestehen: Freiheit. Sie steht direkt an zweiter Stelle der "schlimmsten Selbstbeschreibungen", die in einer repräsentativen Studie von PARSHIP in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungs-Unternehmen Innofact ermittelt wurden. Dabei wurden über 1.000 Männer und Frauen in Deutschland befragt, nachdem vorab die elf gängigsten Attribute ermittelt wurden, mit denen sich Partnersuchende selbst beschreiben.
Direkt auf dem ersten Platz steht die Beschreibung "spirituell interessiert", die 33 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen eher abschreckt. Auch "kuschelbedürftig" rangierte mit 9 Prozent bei den Männern 8 Prozent bei den Frauen unter den ersten drei Plätzen auf der Liste der Reizwörter.
Doch wie kommt es dazu? Hier greifen wohl gesellschaftlich verankerte Vorurteile und Ängste nach uns, denn genau wie der erste Eindruck, ist es die erste Assoziation, die wir bei einem Wort haben, die uns beeinflusst und lenken kann. So fällt vielleicht auch Ihnen bei Spiritualität zunächst sofort der Duft von Räucherstäbchen ein und vor Ihrem Auge schwebt der im TV gezeigte und überspitzt dargestellte "Alt-Hippie" in Birkenstock-Latschen und weißen Gewändern durch seinen hell erleuchteten Alltag.
Der Begriff "Abenteurer" hingegen wird meist spontan mit Unzuverlässigkeit, Unstetigkeit und immer wiederkehrendem Aufbruch assoziiert. Und das ist sicher nicht, was sich die meisten Menschen von einer Partnerschaft wünschen: Hier haben Studien ergeben, dass Treue bei 9 von 10 Singles mit Abstand das Wichtigste in einer Beziehung ist. Nicht ganz unwahrscheinlich ist, dass das Wort "Abenteuer" im Kontext der Partnersuche eher mit einem sexuellen Abenteuer oder einer Affäre gleichgesetzt wird als zum Beispiel mit Fallschirmsprüngen und Wildwasser-Rafting.

Doch während sich die Damen und Herren bei den ersten drei Plätzen der Liste der Reizwörter durchweg und überwiegend einig waren, wird das Feld danach von Toleranz geprägt. Die Prozentzahlen zeigen, dass nur wenige Menschen sich von den Selbstbeschreibungen eines Singles tatsächlich von einer Kontaktaufnahme abbringen lassen: Bei den Herren waren es nur wenige, die sich gar nicht für astrologisch Interessierte (7 Prozent) und Hausfrauen (6 Prozent) begeistern konnten. In der Damenwelt waren es mit ähnlichen Prozentzahlen Beschreibungen wie "Hausmann" (8 Prozent), "gemütlich" (8 Prozent) und "gutaussehend/attraktiv" (7 Prozent), die auf geringen Anklang stießen.
Und tatsächlich macht es wohl auch keinen Sinn, sich die Chance auf Glück von einem kleinen Wort verderben zu lassen. Denn wo der eine sich unter "Tierfreund" ein übel riechendes Ein-Zimmer-Appartment mit dreizehn Papageien und zwölf Katzen vorstellt, ist es für den anderen einfach nur ein großes Herz, das er damit verbindet. Es lohnt sich also immer, einen Blick hinter die Bedeutung eines Wortes zu werfen und sie in Einklang mit der Persönlichkeit desjenigen zu bringen, der es verwendet. Und genau das kann ja auch ein wunderbarer Anlass sein, den Einstieg in eine erste Kontaktaufnahme zu finden.

Von Lea-Patricia Kurz