Single zu sein ist heute nicht mehr ungewöhnlich - und das gilt für jede Altersklasse. Wo man sich früher um einen Mann sorgte, der ohne Umsorgung als Junggeselle unterwegs war und eine Frau für eine "alte Jungfer" hielt, die noch nicht unter der Haube war, herrscht heute Normalität. Und das liegt sicher nicht zuletzt daran, dass das Single-Leben eben nicht nur garstig und trist ist. Die gesellschaftliche Freiheit ist größer geworden und mit ihr lassen sich auch die Freiheiten des Ungebundenseins deutlich besser genießen.

Dennoch ist der Mensch ein soziales Wesen und braucht die Liebe wie das Atmen, das Essen und den Schlaf. Doch mit dem neuen Partner gehen die lieb gewonnen Freiheiten. Meistens zumindest. Es sei denn, Sie stellen es richtig an. Denn Liebe ist eine Balance aus Nähe und Distanz. Und wenn die gelingt, dann werden Sie auch nichts verlieren - oder es nicht als Verlust empfinden.

Zauber und Zerbrechlichkeit des Anfangs
Menschen, die lange allein waren und dies auch genossen haben, reagieren auf die Annäherungsversuche am Anfang einer neuen Beziehung oft verschreckt - aus Angst auf einmal kein selbstbestimmtes Leben mehr führen zu können. Einige von ihnen werden dann verbal sehr deutlich und schießen oft übers Ziel hinaus. Fallen Sie also nicht schon von vornherein mit der Tür ins Haus, sonst ist es mit der Liebe vorbei, noch ehe sie angefangen hat. Die eigenen Freiräume sind kein Thema für erste Dates. Sie können sicher sein, dass auch Ihr neuer Partner seine Freiheiten braucht - aber lassen Sie sich und der Liebe Zeit, das herauszufinden. Schon Hesse wusste, dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt. Genießen Sie ihn!

Ruhig, Brauner!
Wenn ihre Beziehung dann erst einmal im Gange ist, ergeben sich die Gelegenheiten, über Dos and Don'ts zu sprechen schon von allein. Nehmen Sie sich Zeit für diese wichtigen Momente. Nähe und Distanz als Essenz der Liebe sind ein sensibles Thema. Sprechen Sie so offen wie möglich und vor allem so ruhig es geht, denn hier ist Geduld angesagt - mit sich und Ihrem Partner. Distanz ist nicht gleichzusetzen mit Lieblosigkeit. Und Nähe nicht mit Harmonie. Sie müssen Ihren Partner also nicht wegstoßen, um zu signalisieren, dass Sie gern Zeit für sich hätten. Wie immer macht auch hier der Ton die Musik!

Was nicht passt, kann nicht passend gemacht werden!

Bis Sie sich vertraut sind und die Bedürfnisse des anderen kennen, kaum dass er selbst sie wahrnimmt, wird noch ein wenig Zeit vergehen. Doch irgendwann kann der Punkt kommen, an dem das ewige Ziehen und Zerren um Nähe und Distanz wie ein Machtkampf empfunden wird. Vergewissern Sie sich, dass Ihre und die Bedürfnisse Ihres Partners auf Dauer unter einen Hut zu bringen sind. Weder können Sie Ihren Partner verbiegen noch wollen Sie sich verbiegen lassen. Aber Nähe gehört nun einmal zur Liebe. Und wenn Sie dazu nicht bereit sind, sind Sie es wahrscheinlich auch (noch) nicht für Liebe.

Von Lea-Patricia Kurz