Die Abende werden kürzer, die Luft ist merklich abgekühlt und es ist nicht länger zu verleugnen, dass nun die ungemütlichen Monate des Jahres hereinbrechen. Ein goldener Herbst vielleicht, ein weißer Winter, aber ganz bestimmt die Zeit, in der die Liebenden enger zusammenrücken. Der Feierabend wird nicht mehr im Biergarten verbracht sondern mit dem Herzblatt auf dem Balkon - eingemummelt in leichte Wolljacken oder Pullis, ein Glas Wein oder ein Kräutertee, dazu eine kleine Fackel und im Hintergrund soulig-jazzige Musik. Doch die Welt ist schneller geworden und auch kleiner. Und immer mehr Menschen finden sich in einem Abenteuer wieder, auf das Sie kaum eine vorige Generation vorbereiten konnte, weil das Phänomen recht neu ist: Die Fernbeziehung.

Wie lässt sich die Liebe über eine weite Distanz aufrechterhalten? Und vor allem: Wie übersteht man die dunklen Monate in Sehnsucht, Melancholie und Wehmut, ohne dass die Beziehung unnötig darunter leidet? Ein paar Tipps …

Die neuen Medien nutzen
Die wichtigste Grundlage für das Funktionieren einer Fernbeziehung sind heutzutage die - auf anderen Ebenen verfluchten - "neuen Medien". Internet, Telefon und Handy bieten heute unglaublich viele Möglichkeiten der Kommunikation: Ob telefonieren, E-Mails schreiben, SMS schicken, chatten oder videochatten - heute muss niemand mehr sehnsüchtig auf den Postboten warten.

Einen gemeinsamen Alltag schaffen
Nutzen Sie all diese technischen Möglichkeiten, um am Leben des anderen teilzuhaben. Viele Dinge, die Sie erleben, lassen sich sofort mit dem Partner teilen: Ein Anruf oder eine SMS, das Foto eines süßen Hundes in der U-Bahn oder Ihrer neuen Schuhe - Ihr Partner muss nicht außen vor bleiben.

Rituale pflegen
Bauen Sie miteinander Rituale auf, die Sie für heilig erklären. Denken Sie zu einer verabredeten Zeit aneinander oder gehen Sie einmal im Monat gleichzeitig in denselben Kinofilm und sprechen danach darüber. Und apropos sprechen: Wenn Sie sonntagabends zum Telefonieren verabredet sind, halten Sie an dieser Zeit fest und vermeiden Sie Absagen oder Verschiebungen dieser Zeit mit Ihrem Schatz.

Keine Perfektionsansprüche
Wochenendbeziehungen sind oft dadurch belastet, dass beide Partner einen besonders hohen Anspruch haben, was die Gestaltung des gemeinsamen Wochenendes betrifft: Alles soll stimmen, die Stimmung unbeschwert, der Sex gut sein - und Streitereien möglichst vermieden werden. Die kurze gemeinsame Zeit wird oft mit zu vielen Aktivitäten gefüllt und am Sonntagabend sind beide dann erschöpft oder frustriert. Machen Sie langsam, planen Sie wenig bis gar nicht und lassen Sie sich von der jeweiligen Stimmung treiben. Und auch, wenn es Auseinandersetzungen gibt: Die gehören dazu und helfen letztlich auch, Ihrer Beziehung eine gewisse Normalität zu verschaffen.

Zeit miteinander verbringen
Aber bei all den Möglichkeiten des gewöhnlichen Tages, bleibt eines das Wichtigste - und das ist der reale Kontakt. Sich zu sehen oder zu fühlen, in die Augen zu schauen und sich in den Arm nehmen zu können - das ist es, worauf Sie hinarbeiten sollten. Wenn die Entfernung es zulässt, sollten Sie sich auch mal spontan zu einem kleinen, abendlichen Stelldichein auf halber Strecke treffen. Wenn man früh genug aufsteht, kann man auch unter der Woche vom Hotel direkt zur Arbeit fahren. Und auch, wenn es Ihnen in Zeiten der Sehnsucht wie Hohn vorkommen mag: Der süße Schmerz findet seine Erfüllung bekanntlich in seiner Auflösung: Sich Woche für Woche aufeinander zu freuen kann auch das "gewisse Etwas" haben.

Von Lea-Patricia Kurz