Der schönste Tag im Leben von zwei Liebenden - die Hochzeit. Zwar hat diese Form der Verbindung schon einigen gesellschaftlichen Stürmen standhalten müssen, aber letztendlich entscheiden sich doch immer wieder Menschen dafür, den Bund der Ehe einzugehen - mal ist es in, mal ist es out. Und diese generationsabhängigen Schwankungen werden wohl auch so bleiben.

Was sich hingegen immer wieder ändert, ist der Ort für das große JA der Liebe. Denn klassisch muss es längst nicht mehr zugehen. Für viele Paare soll der Tag etwas ganz Besonderes sein - im doppelten Sinne. Und so entscheiden sie sich für eine etwas verrücktere und ausgefallenere Hochzeit. Hier nur ein paar Beispiele:

Feucht-fröhlich: Die Unterwasser-Hochzeit
Inzwischen ist diese Art zu heiraten fast schon ein Klassiker: Das Unter-Wasser-Jawort in pazifischen Gefilden. Dabei gibt es zwei Varianten. Bei der ersten betritt das Brautpaar einen Unterwassertunnel, der sich meist in einem riesigen Aquarium befindet. Umkreist von exotischen Fischen und Pflanzen wird das Paar hier getraut. Bei der Hardcore-Variante begibt sich das Paar wahrhaftig ins kühle Nass. Ausgestattet mit Tauchutensilien steht ihnen das Wasser schon vor der Ehe bis weit über den Hals.
Die einzigen, die in beiden Fällen trocken bleiben, sind die Zuschauer.

Sich in die Ehe stürzen: Der Bungee-Sprung
Hier braucht es wirklich Mut, um die zweifache Aufregung vor der Hochzeit zu bewältigen. Meist wird die Frage aller Fragen noch in Schwindel erregender Höhe mit festem Boden unter den Füßen gestellt, bevor die Liebenden gut gesichert den Sprung ins große Glück wagen. Hauptsache, keiner der beiden vergisst vor lauter Aufregung, das Ja-Wort zu rufen - denn das wird erst im Flug gegeben.

Olé, olé: Die Mottohochzeit
Viele Menschen verbinden den schönsten Tag des Lebens mit ihrer größten Leidenschaft. Ob Raumschiff Enterprise, Schalke 04 oder die Liebe zu Katzen - manch einer tritt verkleidet als Miss Piggy vor den Traualtar, heiratet in einem Sportstadion oder dekoriert den Festsaal mit Attrappen von indonesischen Riesenspinnen. Nun, ja … Jeder muss nach seiner Fasson selig werden.

Warum in die Ferne schweifen, …?
Doch nicht immer muss man auf die Bahamas, nach Las Vegas oder in andere ferne Orte reisen, um sich die ganz persönliche Traumhochzeit zu erfüllen. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Möglichkeiten, ein bisschen außergewöhnlicher zu heiraten: Neben der Variante mit den exotischen Fischen, die sich auch in Berlin realisieren lässt, kann das Brautpaar beispielsweise hoch über der Theresienwiese in München auf einem Baukran heiraten. Und ob Insel, Meer oder Berg: Deutschlands Landschaft bietet auch hier zahlreiche Orte, die die Verbundenheit mit Wind, Wasser und Natur im Allgemeinen symbolisieren. Ob Casino, Segelschiff oder Fernsehturm - die lange Anreise kann man seinen Gästen auch ersparen. Und vielleicht ist auch ein zu exaltiertes Fest eher kontraproduktiv: Immerhin geht es ja nicht um "höher, schneller, weiter", sondern um die Liebe.

Das wirklich Bizarre an diesen modernen Formen der Eheschließung ist aber eigentlich auch schon gar nicht mehr das Gigantisch-Außergewöhnliche an sich, sondern die Tatsache, dass ein traditionelles Element der Hochzeit beinahe nie fehlt: Smoking, Hochzeitskleid und Schleier. Oft abgewandelt, aber irgendwie immer präsent. Sogar Designer für Unterwasser-Brautmode gibt es schon. Einige Dinge ändern sich eben nie. Auch, wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag.

Von Lea-Patricia Kurz